III. negation. einfache. 709 © Hessisches Staatsarchiv Alle negation iß aus dem gründe der jpofition auf- geftiegen und letzt fie voraus. Die pofition ift felbftän- dig, die negation bezieht ficli nothwendig auf eine poiition, iie kann nicht als etwas neues, fondern bloß als eine inodification der pofttion ausgedrückt werden. Diefe inodification erfolgt durch eine einfchaltung in den poütiven falz. Urfprünglich befteht die einfchaltung in einer möglich!! einfachen partikel von eben fo fchnel- ler als ficherer Wirkung. Allmälich aber pflegt diefe verneinende partikel lieh auf das engfle mit andern Wörtern zu verbinden. Oft auch erfcheinen in ihrem geleit finnlich verftä'rkende fubitantiva, welche fogar die negierende kraft von ihr ab und auf fleh felbft zie ­ hen können. Ich werde in vier abfehnitten handeln von dem we~ fen der einfachen Verneinung, jvon ihrer Verbindung mit andern Wörtern, von ihrer verftärkung, endlich von der prohibitiven negation; die antwortende bleibt auf das folgende capitel verfpart. I. Einfache negation. Hier kommen zwei formen in erwägung, eine con- lönantifche und vocalifche. A. corijonantifche negation. Sie gründet Jfich we- * fentlich auf den buchftab N, dem noch ein kurzer vocal beigegeben wird, ihre urfprüngliehe formet in deutfeher fprache lautet NI. Regel ift nun, daß fie überall unmit ­ telbar vor dem verbo des fatzes fleht ; ausnahme machen ihre Verbindungen mit nominibus, welche der zweite und dritte abfehnitt erörtert. Von einer andern, bloß in der alleren fprache möglichen, ausnahme wird fogleich die rede fein. Ich wende mich zur unterfuchung der form nach den verfchiednen dialecten. ±. die goth. partikel der einfachen negation ift ni> und von dem langfilbigen ne, womit auf eine frage verneint wird, verfchieden. Es fcheint aber, daß ftatt des kurzen ni ein nachdrücklicheres nei gebraucht wer ­ den durfte, welches nur ein einzigesmai II. Cor* 3,8 vorkommt und ovyi überfetzt; ni und nei verhalten lieh in der bedeutung wie ov zu ovyL Abgefelm von der näheren Verbindung des ni mit nominibus erfeheint es auch fonft zuweilen an anderer Helle, als an der ge ­ wöhnlichen (unmittelbar vor verbis); z. b. Matth. 5, 30* jah ni allata leik fein gadriufai (zal pf] olov f $o mjm cov ßlrßrj)i Luc. 10, 6« ff» jabai ni (d öl pvfli)?