III. diminution. fubjtantivifche. 665 © Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 veterlin Gudr. 1546; nlid. heißt es: feine liebe noth Laben und es hat kein nö’thchen; das liebe brot; das liebe getraide *); die liebe forme (idenlifch jenem foleil und flnze); die lieben iternlein; der liebe tag; aus uiiferm lieben raftbettlein. Abele gerichtsh. l, 180 **). Unter: der liebe gott entfpricht dem teil, deewinfcli, das eine diminution, aber eine liebkofende, nicht her ­ abfetzende enthalt und wenn der Litthauer in der re- densart: dievvaitis grauja (gott donnert) diminutive form braucht, fo vergleicht lieh das wieder ganz unferm der liebe gott oder dem f. 353 angeführten fchwed. godgub- ben äker. In nhd. Volksliedern lieht oft: mein pferd- chen, mein röfflein, nicht für kleines, junges, fondern für liebes, gutes pferd; Väterchen, brüderchen, fchwe- llerchen drücken uns häufig nicht den begrif des jungen aus, vielmehr des traulichen, geliebten. Auf ähnliche weife werden auch mhd. diminutive zu deuten fein, z. b. min vater und min müeterlin fragm. I6 b , und fünnelin BIS. 2, 15 a — franz. foleil. Nach diei’er erorterung des begriffs der diminution kann ich auf die unlerfuchung ihrer form übergehen. In vier abfehnitten tollen 1. die fubftantivifchen dirninu- tiva, 9« die adjectivifchen und adverbialen, 3* die ver ­ balen, 4* die der eigennamen behandelt werden. I. Subßeintivifche diminution. Wefentliche kennzeichen der Verkleinerung find, nach verfchiedenheit der mundarten, die confonanten L und K, denen lieh gewöhnlich noch ein, wie es fche int, urfprünglich fiexivifches N zugefeilt. Vor der confo- nanz geht I her und die natur diefes unter allen des heiteriteii, leichteften vocals iil auch für den begrif der diminution am gefchickteiten. Ja es fcheint, daß zuwei ­ len das bloße I, unbegleilet von confonanten, liinreiclit um die Verkleinerung zu bewirken. A. diminutiva mit jL, IL gebildet• 1. bei Ulphilas kommen nur wenige beifpiele goth. diminutive vor, doch reichen fie hin, um die regel auch das liebfelige getraide; lettifch baggata maife (Vlas reiche gefegnete brot); einige bairifche gegenden verliehen unter kornel das getraide (das liebe körn). eine menge beifpiele diefes (iberfliißigen lieb finden lieh in Tralles maufoieum ächallgotfehianum. Leipz. 1621. 4.