© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 kumeß MS. 2>205 b ; nhd. kaum, aber nicht kaumer, wofür wir umfchreiben: weniger gern. Altn. varla, afiiin. valla (vix); i'chwed. näppligen, dän. neppe, wie auch in unfrer volksfprache knapp für kaum ge ­ legt wird. IY. Gemination der fieigerung. Hierbei Und zwei hauptfalle zu unterfclieiden: 1. bisweilen wiederholt /Ich das gewöhnliche com- parationsmittel, um deßo größeren nachdruck heryor- zubringen, wie denn die gemination überhaupt einen gewilTen zufammenhang mit der fleigerung hat (vgl. die dritte fchlußbem.). Dahin gehört fchon das goth. vair- ßza (pejor); verglichen mit inäiza, minniza, baliza leuchtet ein, daß es /ich zu feinem adv. vairs anders verhält, als jene zu mäis, inins, bats. Wäre vai'rs po- litivform und davon vairfiza gefteigert, fo hätte das adv. vairfis zu lauten; ift aber vairs organifch, fo ge ­ bührte dem comp, adj. vafriza, oder mit ausgeftoßnein i va/rfa. Daß letzteres die allein richtige annahine ift, lehrt der agf. comp, vyrja (nicht vyrfra) und der altn. v 'erri (nicht verfri). Bei den Angelfachfen hat die enge Verbindung RS den alten comparationsbuchltab S ge- fchützt, bei den Norden iß die Verwandlung in R re ­ gelmäßig ergangen. Im goth. hingegen wurde das S zweimal gefetzt und aus goth. vairfiza, der näheren verwandtfchaft beider dialecte wegen, ein ahd. tvirßro, nämlich bloß das Z trat in R über und das erlte S nahm wurzelhaften fchein an und blieb erhalten. Die- felbe erklärung muß auf den lüperl. vairfißs y ahd. wir- ßß angewendet werden. Der ahd. dialect geht aber weiter und geminiert hin und wieder noch einige andere comparative. N. Ar. 85 findet /ich zweimal be^erdro (es fleht fonderbar begerora), ftalt begero (melior), die einfache form folgt fogleich darauf. Analog ift merdro (f. 573) flatt niero; andere haben meriro (f. 570), welchem ein goth. mai- hza flatt mäiza entfprechen würde. Endlich fchreibt N. Bth. 201 fogar einmal daj drerera (prius) für erera. Von diefen drei ahd. geininationen hat /ich bloß mene im rnhd. und. mehrere im nhd. behauptet; die gemeiue volksfprache bildet davon nicht feiten den fuperh mehrß ft. ineift.