III. gemis. grammatifches. Jinnlicher fubft. 455 21. fVagengeräth. Bei dem fahrenden wagen darf, wie bei dem pflüg und dem fchif, an eine perfonification gedacht wer ­ den, fo daß lieh feine deichfei dem hals, feine räder den fußen eines tliiers vergleichen *). Und felbß die belebung des donners darf hierbei angefchlagen wer ­ den, den man für einen rollenden wagen hielt (oben f. 353). Das allgemeinße wort dafür iß in allen dia- lecten männlich, golh. vetgns?, ahd. wakan, mhd. nhd. wagen, agf. vagen, engl, waggon und wain; al(n. vagn. Es gibt aber befondere benennungen. Ahd. reita gl. monf. 334. 345. 370. emrn. 405. 411. N. 19, 8. 67) 18. agf. rad, altn. reid, alle weiblich, vgl. lat« rheda, von ritan, vehi, nicht bloß equo, fondern auch curru und navi (f. 436); pleonaßifch zufammengefetzt reitwagan (currus), agf. rädvägeri, vgl. reitweko (au- riga) gl. Jun. 183. fonß auch reitrihtil (gramm. 2, 109)« Agf. /crf$ (balterna, currus) wahrfclieinlich mafc. pl. ferijas? doch lieht der gen. pl. fcriSena (curruum) Mone 2150 neben dem gen. fg. fcriSes 4l62; Wurzel fcheint fcriSan (currere, ire), nhd. fchreiten. Agf. erät (currus) neutr. pl. er atu, engl. cart. Ahd. fitod (ve- hiculum) mafc. gl. ker. 226« Diut. 1, 266 a , wohl von fitön, agere, vehere, woher auch litu (actus, mos). Zufammenfetzungen lind ahd. chanzwagan (quadrigae) Diut. 1, 494 b 506 b 512 b 5l3 a 515 a . mhd. lanzwagen Nib. 93, 2. 1062, 2* Trift. 9219‘ vgl. altn. kantr (ora, latus); altn. livelvagn Saem. 248 a ; nhd. zeifeiwagen Hofer 1, 319. u. f. w. Ahd. lanewitu, lanewit, ei ­ gentlich das lange holz am wagen , vinculuxn plaußri Scbin. 2, 482 > dann aber auch carpentum insgemein Diut. 1, 266 a . Ahd. dihfala (temo), mhd. dilifel, nhd. deichjel, agf. tyxl, ]>ijl pl. -a, nnl. dijjel, fchwed. tiflel, überall weiblich; altn. vagnfiong (fern.). Abge- fehn vom genus entfpricht das ahd. fein, rad, mhd. ral, nhd. rad dem lat. rota genau, darf aber, weil der vocal kurz iß und die lautverfchiebung regelrecht, *) wenigfiens war noch im mittelalter diefe vorfiellung gang ­ bar. Die braunfehweiger chronik cap.72 fchildert einen kriegs- wagen als vierfiißiges thier; ein ähnliches thier begegnet in ei- rem gedichte Rofenbliits auf die Hembacher fchlacht (a. 1450) vgl. Reinhards heitr. zur gefch. Frankenlands l, 231* 232* Das fiernbild des großen hären nannten fchon uufere Vorfahren den wagen am himmel, N. Cap, 64*