© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 292 III. interjectionen. dolenlis. a. gotli. vdi, ahd. we, agf. vd, mhd. we % , nhd. we, engl, woe! dein lat. vae und gr. oval identifch, und gleich dielen, wenn pronomina zweiter oder dritter perfon dabei liehen, in den begriff von drohung und verwünfchung übergehend: vdi Jus! Matth. H, 21- Luc. 10,13* vdi izvis! Luc. 6, 24. 25. 26. vdi Jäiin! Marc. 13, 17; ahd. we mir, dir, iu, dem!; agf. vd ine, Je, eov! tnhd.^einir we ! Ben. 225. we dir we! MS. 2,174 b we im we! aingb. ll b we! MS.2,77 a wd unde we! Dietr. 9334. fdUfa,kj we we! Bit. 11033/Wigal. 4552. Ein urfprüngliclies lübit. vdi, vdiv (maluin, calainitas) ahd. we 0. IV. 6, 93> und dem 77^ gleichbedeutigen ahd. wewo (dolor) agf. vdva nah ver ­ wandt. Die klagende (nicht die drohende) interjection wird durch andere partikeln verftärkt. Das goth. väi- fairhvjan (ejulare, uXaXd&iv) Marc. 5, 38 fetzt ein vdi fairhvdu! (weh weit!) voraus, etwa wie lieh noch mhd. owe werlt! Parc. 14184 findet, zwar in beftimin- ter anrede. Agf. vdld / (eheu) und wiederholend vd- lavd! engl, welawciy! C. T. 940. welawciy the while! 4790 (wo Tyrwhitt unbefugt walawa fchreibt); das engl, verbum wail (ejulare) läßt ein dem goth. väifairhvjan analoges agf. välävägean, välavean muthmaßen, la ift 1 — o!, folglich väla — weho!, välävä — wehowehf Der letztem Verdoppelung entfp rieht unverkennbar das ahd. weldgd! oder, weil die länge der vocale bereits verfchwunden JFcheint, welciga! die form fchwankt: welciga nu waltant got! Hild.; welago chind! (o fili!) K. l6 b welago! T. 92. wolaga! (euge!) Diut. 2, 286 a wolaga! 0. 1. 5, 133. 18, 73. wolago wäfane! (? wäfan, o mucro!) Diut. 1, 533 a ; wolge nu wolge dii zimigo hi- machare! (o hymenaee decens!) N. Cap. 4. wolge dierna! (o virgo!) N. Cap. 48. Die klagende bedeutung, im Hild. lied noch deutlich, verliert lieh in die allgemei ­ nere des bloßen rufs; ganz wie das agf. väla nicht nur den linn von eheu, fondern auch den von o! hat. llt aber welaga — valava (und wie wollte man es fonfl: deuten?), l'o muß auch das ahd. wela, wola, fobald es o! heu! bedeutet, — agf. väla fein und beide ahd. par ­ tikeln find in we und Id zu zerlegen. Aus der felten- heit des Id fcheint iheils die entftellung des zweiten we in ge,ga, go *), Iheils die vermuthliche verwechfluug *) oder wäre diefes ga, go zu nehmen wie das fußix iu fäikgga, %i, eggo (oben f. 247. 248) ?