© Hessisches Staatsarchiv DRITTEN BUCHS VIERTES CAPITEL. PRO NO MIN AL BILDUNGEN. Di "ie altere fprache, vorab die gothifche, ift weit reicher als die heutige an ausdrücken und formen für die verhältiiilTe und beziehungen des pronomens. A. ,erfte betrachtung verdient, daß fchon der con- fonantanlaut einige reihen diefer Wörter zu beitim- inen fcheint, wobei aber fogleicli von den urverwandten fprachen ausgegangen werden muß, welche die regel viel reiner erkennen laßen. Es ilt folgende: das inter- rogalivum beginnt mit der tenuis des kehllauts und das eigentliche demonltrativum mit der des linguallauts. Diefes darf als lehr naturgemäß angenommen werden. Unter allen Jaulen der menlchenliimme ilt keiner fo fähig das wefen der frage, die gleich im beginn des Worts gefühlt fein will, auszudrücken* wie das K, der volllte confonant, den die kehle yerir^ag. Ein bloßer vocal würde zu unbellimmt erhallen und das labialor- gan kommt dem gutturalen an Itä'rke nicht bei. Zwar das T kann mit gleicher kraft hervorgebracht werden, wie das ly, allein es wird weniger ausgeiloßen als aus- gelprochen und hat etwas feileres; es eignet lieh daher zum ausdruck der ruhigen, ft än di geil und vor lieh hin- weifenden antworte K forfcht, erkundigt, ruft; T zeigt, bedeutet und erwiedert. Inzwil'chen lehrt uns die fprachgefchichte, daß die nachgewiefene anwendung diefer beiden laute keineswegs folclie nothwendigkeit hat, daß lie nicht auf mehrfache weife gehört und ab ­ geändert werden könnte, namentlich feilen wir das K. auch durch die lenuis des labialorgans zuweilen vertre ­ ten und, was noch auffallender ilt, fogar durch das ent- gegeniteliende T erl'elzt. Immer aber blickt auch bei dielen ausnahmen der aufgeftellte grundlätz als rege! durch. A