14 Weste. Vor der Stadt schnalle man den Rock auf die Lenkstange. So glaube ich nicht, dass man, auch bei grösster Hitze, einen Hitzschlag zu fürchten hat. Die Luft kann überall durchziehen, man hat deshalb während des Fahrens nicht sehr darüber zu klagen, bei der Rast wird sie gewöhnlich erst lästig. Auch Damen kann nicht genug empfohlen werden, bei Fahrten über Land das Corset zu Haus zu lassen, ich bin schon mehrere Male Zeuge von Ohnmächten gewesen, die auf Rechnung des Corsets zu schreiben sind. Auch ist ihnen dringend zu widerrathen im gewöhnlichen Kleide zu fahren. Der getheilte Rock ist für sie am praktischsten, namentlich der Polich’sche mit aufgeknöpfter Vorder ­ bahn. Nur der Eingeweihte sieht, dass es kein gewöhnlicher Rock ist. Bei Gegenwind werden oft den Damen die Röcke über das Knie in die Höhe geweht und sie in die peinlichste Lage gebracht. Damen, denen dies passirte, hörte ich versichern, nie würden sie sich wieder in gewöhnlichem (un- getheilten) Rock auf’s Rad setzen. Der Radfahrer ­ rock soll wenigstens 10 cm kürzer sein als das Promenadenkleid. So ereignete es sich hier mehrere Male, dass zu lange Röcke im Rade hängen blieben, mit einem Ruck waren zwei Bahnen bis auf den Bendel aus dem Kleide gerissen. Wie soll man sich nähren? Die feste Nahrung richte man nach seinen Be ­ dürfnissen ein, nur vermeide man schwerverdauliche Speisen, das regele am besten jeder nach seiner Natur. Aber das Trinken! Bei keinem Sport be ­ kommt man soviel Durst wie beim Radfahren. Man vermeide geistige Getränke, wenigstens diejenigen,