© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 79 f ' J| UM \ l — *4 — Sie stritten einen Tag, sie stritten zwei, am dritten Tag zur Nacht: Da hat der häßliche Lindwurm den Leu zur Erde gebracht. Da aber rief der Leu aus Noth, da er den König sah reiten: Du hilf mir, Herr König Dieterich, erlös' mich aus diesen Leiden. Ihn deiner allerhöchsten Gewalt, befrei' mich Meister Ditterich so mild, Befrei mich um des vergoldeten Löwen, den du führest in dei ­ nem Schild. Bei deinem Namen hilf du mir, komm' mir zum Trost, du König gut. Weil ich stehe gemahlt in deinem Schild, so feurig wie Feuersglut. Lange stand der König Dieterich, das baucht' ihn wohlgethan: „Ich will helfen diesem armen Leu, wie es auch möge ergahn!" Das war Meister König Dieterich, der zog aus sein Schwert so gut. Kämpfte mit dem häßlichen Lindwurm, sein Schwert stand tief im Blut. Nicht säumen wollt' sich der gute Herr: wie hieb er da mit Macht'. So lange bis sein gutes Schwert ihm an dem Griff abbrach. Der Lindwurm nahm ihn auf seinen Rück, und das Roß unter seine Zunge: So drängt' er in den Berg hinein zu seinen elf kleinen Zungen. Das Roß warf er vor seine Zungen, in einen Winkel den Mann: „ Eßet nun das kleine Stück, ich will zu schlafen gähn." „ Eher nun die geringe Beut, ich will zu ruhen gähn: Wann ich wieder aus dem Schlaf erwach, dann sollt Ihr grei ­ sen den Mann." Der Meister König Dieterich suchte rings in dem Berg zur Hand, Da fand er das gute Schwert, das Adelring ist genannt.