© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 iHii MILCH. BUTTER 695 des melkens entzog, in yula und yXuyog bewahrte die Zusammen ­ setzung das alte gä kuh, in bleacht ho kuh. i Die Litthauer haben für milch pienas, die Leiten peens, wozu das skr. phäna spuma (Bopp 236 b ), sl. pjena spuma, ahd. feim, ags. fäm, engl, foarn, vielleicht das lat. spuma von spuere selbst stimmen, deren S blosz vorgeschoben scheint, sicher gehören dazu das finn. piimä lac coagulatum und est. piim lac, denn die begriffe lac, flos lactis, milchschaum vertreten einander. Vielleicht darf man goth. daddjan, ahd. tähan laclare zum skr. duh und dugdha nehmen, als unverschobne formen, während sich tiuhan ziohan (vgl. T. 145, 13) verschob, dies mahnt auch ans gleich unverschobne golh. dauhtar skr. duhitä (s. 266. 269), welches ent ­ weder das säugende kind (s. 906) oder die melkende tochter be ­ zeichnen kann, auf solche weise liesze sich mulier (it. mogliere, sp. muger) an mulgere knüpfen und sogar femea faemne feima, die s. 652 und 955 anders gedeutet wurden, an fern, fäm milch, mulier und femina wären melkerinnen, wie ags. hläford und hlaefdige (s. 663) auf die vertheilung des hrots im haus gehn, diese sind unter acker ­ bauenden aufgekommen, jene unter hirten. Wie feim den sich auf der Oberfläche des wassers und der milch ansetzenden schäum, nach Schmeller 1, 531 waldfaim den schäum beim kochen der mölke bezeichnen, und ahd. feim zugleich repurgium ausdrückt (Graflf 3, 519); liegt auch in unserm rahm flos lactis (bei 1002 Hans Sachs milraum, hei Ilelbling 1, 1055 milchrilm) eigentlich das mhd. räm, ansatz von schmutz (Schm. 3, 81.) schmant oder schmand ist in vielen deutschen gegenden verbreitet und aus dem böhm. smant und smetana, poln. smielana, walach. smentana. das schweizerische nidel (Stahl. 2, 236) weisz ich nicht abzuleilen; sollte es mit nudel, der mchlspeise (Schm. 2, 682) verwandt sein? man sehe hernach baltudo für käse und mehl. Von hohem alter scheint das in Nieder ­ deutschland gültige sahne, nnl. zaan, bei Kilian säen, welches für schäum auf der milch und dem hier gebraucht wird; schon Frisch 2, 149 b leitet davon richtig das Schweiz, und bair. senn, senner, sender milchknecht, käseknecht, und sennin, sendin, sennerin milchmagd (Stahl. 2, 371. Schm. 3, 253.) ein mögliches ahd. sännio sennio und sännia sennia für melker, melkerin würde jener deutung von fämea fsemne aus lern fäm zu statten kommen, sennweide bezeichnet berg ­ weide oder alpe für melkvieh. Für butter und käse haben unsre Vorfahren schon in früher zeit den heimischen namen entsagt und von den Romanen die mit der vollkommneren bereitung erlernten ausdrücke angenommen, unter den alphirlen aber, scheint es, halten noch echtdeutsche. Bovtvqov, lat. butyrum sichtbar von ßovg und rvQog gebildet, besagt also kuhkäse, wie yciXa kuhmilch. Plinius 28, 9: e lacte fit et butyrum, barbararum gentium lautissimus cibus, et qui divites a plebe discernat. plurimum e bubulo, et inde nomen; dasz das wort skylhisch sei behauptet er nirgend, it. buliro, burro, franz. beurre