'«üi © Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 mm man Bi RECHT UND LINK 685 werden mit al nach dem pl. praet. taihum, wie das e der übrigen spra ­ chen zeigt. Der übliche alts. und ags. ausdruck für die rechte hand und Seite ist suithora und svidre, d. h. fortior, citior, die stärkere, ge ­ schwindere, raschere, sollte man auch suiftora gesagt haben? vgl. s. 594. Die alts. psalmen 59, 7. 62, 9. 72, 24 und Wiggerts bruchst. 90, 19 bieten forthora, vorlhere = dextera, die vordere, vorangehende (ganz im gegensatz zu jenem bairischen vornen für sitd und hinten für nord, wenn man darin links und rechts sehn darf.) hierzu stimmt vordere hant in Ssp. 1, 18. 2, 12. 15 Gosl. stat. 78, 30 und das friesische ferre hond — prior, potior, dextera (Richthof. 734 b .) Altn. hoegri hönd, hendi hinni hcegri Saem. l b , schwed. högra handen, dän. hüire haanden , von hcegr dexter, commodus, behaglich, welchem ein ahd. huogi, ags. hege entsprechen würde, ebenso altn. hcegrameginn ad dextrum latus. Mlul. diu bezzer hant MSH. 3, 225 a manus potior = dextera, wie man nhd. zu kindern sagen hört: gib die schöne hand*. ostfries. de säum bann. Ehrentraut 1, 100. schwed. vackra handen, die wackere, rechte hand. Almqvist s. 335. 468. Den Letten heiszt die rechte hand die gute, labba rohka, gegenüber der linken kreisa, den Esten988 die rechte häkässi, gute hand. Dagegen findet sich mlul. fast noch niemals diu rehte für diu zeswe, sondern reht drückt nur rectus, justus aus, wie das ahd. reht** gireht, golh. raihts, garaihts. wann und woher ist, fragt es sich, reht für dexter in unsere mundarl eingedrungen? wahrscheinlich damals als auch im franz. droit d. i. directus, rectus das alte destre verdrängte, zuerst liest man rehlinlialp im Alhis B*, 115, rehthalp Engelli. 3071 (wo aber leicht zeswenhalp zu ändern wäre) und geloben mit der reh- ten hant im Renner 12098, auch myst. 123, 5 steht der linken hant die gerehte gegenüber und Griesh. 2, 116. 117 ze der gerehton u. linggon absilon; den rehlen dümen. Swsp. s. 171. diesen romani ­ schen einflusz spürte die mnl. spräche früher; bei Maerl. 1, 202 liest man die rechter hant, 1, 158 die rechter borst, I, 265. 270 dat rechtre oge, 2, 341 ter rechter siden; ja 1, 351 die rcchtre justus, immer in comparalivischer gestalt (gl. zu Ssp. 2, 36), statt welcher allmälich die positivische eingeführt wurde, um die gleiche zeit begann auch im engl, right das ags. svidre zu ersetzen. Gerade so wich den Slaven das alte desni vor dem neuen prawy, das eigentlich justus bedeutete, die rechte hand hiesz nun poln. pra- wica, böhm. prawice, russ. pravaja ruka und daher walach. pravila. nur den Serben dauert desni und desnitza, den Slovenen ist desna * in Gothland ruft man den kindern zu: gullhandi! die goldhand d. i. die rechte. Almqvist 426 b . ** bi rehtemen O. I. 1, 52 weist auf ein superlativisches rehtemo, goth. raihtuma.