DECLINATIONSVOCALE 635 essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 Es überrascht den unvorbereiteten, in den flexionen sunus sunaus sunius ganz die ablaute gutum gaut giulan, in den flexionen gastis gastais gasteis die ablaute bitum bait beilan zu gewahren, ist aber der kurze vocal in -is -us grundlage der daraus entfalteten -ai -au |Aj und endlich -ei -iu, so wird man auch den laut und ablaut vierter und fünfter conj. auf dieselbe weise zu fassen haben, wie schön scheint es, dasz die vocale der flexion ihren Wechsel nach dem ablaut der wurzel ordnen. Nur der gen. pl. liinterläszt noch einen zweifei. wenn sich sunivß handivß zu sunius handius verhalten wie j)ivi zu j)ius, trivis zu triu, 914 knivus zu kniu; darf man auch im gen. pl. von gasleis spur des El erwarten, und ich habe auf ein älteres gastijß dßdijö für gasiß dedß gerathen, wieder auf analogie der pronominalformen eis ijos und ija gestützt, in beiden formen -ivö und —ije erscheint das^t&lautende E unabhängig von den diphlhongen IU und EI, da wir es ebenso im gen. pl. dagö erblicken. Alle flexionen der ersten declination sind aus ursprünglichem A, wie die der zweiten und dritten aus I und U hervorgegangen. In der conjugation ergab sich, dasz A drei ablautsreihen zeugte, wie sie in der ersten, zweiten und dritten conjugation erscheinen, dieser vocal ist gleichsam zu mächtig, als dasz er immer nur einen weg, wie I und U einschlüge, er versucht sich nach mehrfacher rich- tung. doch darf man die erste conj. als aus Wörtern bestehend er ­ kennen, die einer jüngern, nicht der ursprünglichen formalion ange ­ hören. Nun weist sich aus, dasz in der ersten männlichen declination heben dem A die flexionen I E, in der ersten weiblichen lediglich Ö zeigen, in dieser weiblichen verhalten sich die vocale gerade so wie im ablaut der dritten conjugation. man sieht in der flexion von giba nur -a und -ö wechseln, wie in der wurzel fara för; der einförmige pl. gibös gibö giböm gibös gleicht dem einförmigen för förum, wäh ­ rend dödais dßdeis dedim, handaus handius handum lebhaft wechseln wie graip greipa gripum, gaut giuta gutum. aber im sg. muste schon deshalb gibös gibö vermutet werden, weil diese beiden casus parallel stehn mit dödais dedai, handaus handau; in den goth. dat. sg. gibai ist also -ai aus dem dßdai zweiter deck eingedrungen, wie in den männlichen dat. gasta das -a aus dem daga der ersten, zum über- flusz findet der theoretische dat. gibö bestätigung im ahd. gebö bei Notker. Schwerer wird es sein sich über die flexionsvocale der ersten männlichen declination zu verständigen. I im gen. sg. -is halte ich für organisch und nehme das oben s. 646 gcäuszerte jetzt zurück, denn wäre der gen. dagas echt, so unterschiede er sich vom nom. 915 dagas gar nicht, da es doch scheint, dasz der nom. dagas übertrete in den gen. dagis wie nam in nima und analog dem gastis gastais, sunus sunaus, wie in gripüm graip, gutum gaut. auch darum scheint das I in dagis gerecht, weil der sprachgenius sonst gar kein I in EU HJ 4k >;. 4k JW ^ 4k 4^ 4k 4k 4k 4k 4k 4k 4k 4k 4k 4k 4k' 4k 4lk l4k MjJk