HARIER. NA VARNAHALEN. VICTOHALEN © Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 H namen Sicherheit besteht, wie sollte man aus einem die andern her ­ steilen? Die furchtbar, wie ein wildes heer (feralis exercitus), geschil ­ derten Harii erscheinen unmittelbar als goth. harjös legionen (mythol. s. 902) vgl. Ilariwa oben s. 228. Helvecones sind des Ptolemaeos AiXovai'coreg, was leicht in AlXovaicovtg zu ändern stände; sie fol ­ gen ihm auf Burgunden und gehn den Semnonen voraus, ihr name klingt an keltische Völker, wovon hernach noch, zu Helysii oder Elysii hat bereits Zeusz s. 124 passend andere namen des deutschen alter- thums gestellt. Vor allen aber wünscht man aufgeklärt zu sein über 715 den namen Nahanarvali, von deren heiligem hain Tacitus die anzie ­ hende künde gibt, eine reingrammatische auflösung des altn. Wortes norn in goth. navairns, die ich neulich versuchte, hat glücklich das räthsel deuten helfen. Müllenhoflf schlieszt scharfsinnig, dasz Naha ­ narvali fiir Navarnahali stehe; es braucht kein Schreibfehler zu sdin, das römische organ konnte die stelle des ihm lästigen H selbst ver ­ rücken, s. 333 sind beispiele anderer consonantversetzungen vorge ­ bracht, vgl. s. 720 Vividarii f. Vidivarii und Zamolxis für Zalmoxis, des Wechsels zwischen II und V wurde s. 306 erwähnt. Navarnahali ande-r* wären goth. Navarnöhaleis, altn. Nornahalir, viri qui dearum fatalium tulela gaudent; das altn. halr, ags. häle vir, heros gestaltet auch ein q goth. hals pl. haleis anzunehmen, will man damit nun den dienst J der beiden jünglinge (vgl. s. 118) in einklang bringen, so könnten diese lygischen Völker männliche nornen statt weiblicher verehrt haben, wie ja für Nerlhus, unhold (myth. s. 942) und wicht (myth. s. 409) die geschlechter. schwanken. Der letztgenannte ausdruck soll uns aber gleich, wie mich dünkt, entscheidende bestäligung der Navarnahalen bringen, auszer Tacitus nennt sie ncmlich niemand, spätere Schrift ­ steller jedoch verschiedentlich Victobalen oder Victovalen, ganz mit demselben Wechsel der Spiranten II und V; Capitolin im Marcus cap. 14: Viclovalis et Marcomannis cuncla vastantibus; cap. 22: Jlarcomanni, Narisci, Hermunduri, hi aliique cum Viclovalis Sosibes, Sicobotes, Rho- xolani, Bastarnae, Alani, Peucini, Costoboci; Eulropius 8, 2: Daciam nunc Thaiphali habent, Victohali et Tervingi. Ammianus 17, 12, die liändel der Römer mit Quaden und Sarmaten im j. 358 berichtend, erzählt von den letzten: qui confundente metu consilia ad Victohalos discretos longius confugerunt, wie die besten handschriften geben, einige lesen Victobales, wie bei Eutrop Victoali und Victophali. un ­ bedenklich ist aber in diesem namen dem PH zu entsagen und allem Zusammenhang mit dem cheruskischen Falen (s. 631), Victohali sind goth. Vaihtchaleis, altn. Vaellahalir, von vict, ahd. wiht, goth. vaihts, altn. vaeltr, einem meist weiblich, zuweilen männlich gedachten gei-716 stigen wesen unseres alterthums, das auch die nornen begreifen kann. Sann. 145 a ist vajttr ausdrücklich von einer schutzverleihenden val- kyrja gebraucht, vaihts kann also navairns vertreten, bei solcher gleichheit der namen sind Vaihtöhaleis was Navarnöhaleis, nicht blosz ein verwandtes, sondern ganz dasselbe volk, das wie alle lygischen stamme nach südosten streift. Wie Cherusken und Sachsen, Charu- 32