476 LANGOBARDEN der insei selbst wieder aufgehoben wird. Der anonymus Langobardus in Ritters vorrede zum cod. theod. läszt sie an einem amnis vindeli- cus hausen und fügt hinzu: poslquam de eadem ripa Langobardi exie- runt, sic Scatenauge Albiae fluvii ripa primi novam habitalionem po- suerunt; ihm sind sie von der kitste des oceans (denn amnis vindeli- 685 cus kann das Wendilmeer, vielleicht auch Vendsyssel in Jütland, bei Saxo Wendala bezeichnen) ausgewandert und dann erst in Scatenauge an der Elbe niedergesessen; er meint Scandien nicht im ocean, an der Elbe gelegen. Hier wie bei Prosper bricht die wahre heimat der Langobarden an der Niederelbe immer durch, nur dasz sich das sagen ­ hafte Scandinavien einmengt. Mit dem namen Vindili müssen aber dennoch, meinen zweifeln s. 476 zum trotz, auch die Winili des Pau ­ lus Zusammenhängen; Vindili ==» Vandali (s. 475) sind abart, neben ­ stamm der Vandali, welche er als nachbarn und feinde der Vinili auf ­ führt: zwischen beiden stammen desselben volles war zwist und krieg ausgebrochen, zu Prospers Iboreus und Ajo stimmt des Paulus lbor und Ayo, des Saxo gramm. Ebbo und Aggo; lbor ist nichts als ahd. Epur, ags. Eofor, altn. Iöfur, d. h. eber, doch frühe schon auf bei ­ den angewandt, ihrer mutter, der weisen Gambara name, den Saxo in Gambaruc entstellt, mahnt an Gambar sagax (s. 525.) Dürfte man Scoringa in Sceringa Sciringa ändern und auf die Skiren (s. 465 ff.) deuten? in Ohderes periplus wird auf Halgoland ein hafen Sciringes- heal genannt, Scoringa war aber auf dem festen land gelegen; Saxo hat an dessen stelle Blekingia. Bei Saxo wird die auswanderung in das gebiet des völlig mythi ­ schen königs Snio versetzt, der in altn. sagen Snaer hinn gamli heiszt und dreihundert jahre lang gelebt haben soll, wie sein eigner name schnee bedeutet, war der seines vaters Frosli, seines sohnes Thorri (s. 93); die töchter hieszen Fönn, Drifa, Miöl (mythol. s. 598.) an eines solchen wesens zeit läszt sich der langobardische ausgang auf keine weise historisch knüpfen und die sage wird dadurch desto sich ­ rer auf mythische grundlagen zurückgewiesen. Solche mythen entsponnen sich, als die Langobarden ihre nieder ­ elbische heimat verlieszen und sich gegen Süden wandten; die sage strebte ihren ausgangspunct noch weiter rückwärts nach dem norden zu verlegen, dies musz der critik mit dem fmger zeigen, auf welche weise sie die Überlieferungen von der Sachsen und Gothen erster an- 686kunft zu behandeln habe, auch hier scheint der mythus erst aufge ­ stiegen, als der eingewanderten Sieger rühm Britannien und Welsch ­ land erfüllt hatte. Im lauf des vierten jh. mag der Langobarden auswanderung be ­ gonnen haben, von jenem Scoringa zogen sie nach Mauringa, das der ravenn. geograph noch im osten der Elbe findet. Saxo läszt sie Ble- kingen und Moringen vorüberschiffen, bevor sie Gutland erreichten, doch bei Paulus wird von Scoringa aus der ganze zug stets zu lande , vollbracht, und nach Mauringa Golanda besetzt, wofür sich die bessere Variante Rugulandia darbietet. Hierauf, immer noch zu Ibors und