458 ANGELSACHSEN Kent eingeschränkt. Entscheidend ist für das vorvviegen der Sachsen, dasz den Kelten bis auf heute der Engländer Sachse heiszt, den Welschen Sais, Saeson, den armorischen Bretagnern Saoz, den Galen Sasunnaich, den Iren Sagsonach *, wie auch unser Widukind vom zuge der Sachsen nach Britannien redet, der Angeln nicht einmal ge- 659 denkt und selbst den namen Anglisaxones ** daher deutet, dasz die britische insei c in angulo quodam maris’ gelegen sei, welcher angulus von Beda wenigstens in der Angeln heimat, zwischen Sachsen und Jütland gesetzt wurde (s. 642). In der römischen kirche scheint von ' Gregors zeit an, vielleicht jenem Wortspiel zu liebe (s. 642), und hernach bei allen Romanen der name Anglia vorgezogen. Beda, ob ­ gleich ausgehend von der Anglorum sive Saxonum gens, und die Sachsen den Angeln und Juten voranstellend, schreibt eine historia gentis Anglorum, und in der folge drang die benennung Anglia, Angle- terre oder England allgemein durch. Wir Deutschen hätten mindestens das alte einfache Angeln beibehalten sollen, denn Engländer klingt unbeholfen, wie Deutschländer, Ruszländer oder Dänmärker klingen würde. Dasz des Ptolemaeus AyyeiXot fs. 604) noch nicht verbündete der den groszen seezug unternehmenden Sachsen sein können, eben ­ sowenig die bei Vidsid angeführten Engle, versteht sich, das ganze j gedieht von Beovulf nennt weder Engle noch Seaxan, Vidsid aber Beide, wogegen Procops Ayyikoi bereits britische luft athmen, wie | man sich immer seine insei Brittia auslege, durch meine voraus- i gehende Untersuchung ist ermittelt, dasz die Angeln durischer oder hermundurischer abkunft waren, woraus folgt, es müsse, wie im in- nern Deutschland Sachsen und Thüringe sich berührten, auch in der angelsächsischen spräche neben dem sächsischen ein thüringisches element obwalten und vorzugsweise in Ostangeln und Nordengland zu gewahren sein. Bei Beda erscheinen noch einige engere volksnamen: 3, 7 und 4, 15. 16 Gevissi oder Gevissae, ohne zweifei nach dem westsächsi ­ schen stammhelden Gevis (scius, praescius?), weshalb auch Alfred in 660 seiner ags. Übertragung diesen namen wegläszt und sieb mit dem ausdruck Westsachsen begnügt, der eddischc formäli s. 14 sagt: Gevis, er ver köllum Gave. bei Beda 4, 13, 23. 5, 23 werden Huiccii angeführt, ags. on Hviccum, Hvicca (einmal Hvicna) mägd, zwischen Wessex und Wales; ich weisz den namen nicht sicher aus ­ zulegen, altn. ist hvikull vagus, inconstans. 4, 13 Äleanvari, ags. * etwas anders ist, dasz die Finnen und Esten den Deutschen insgemein Saksalainen Saks nennen, was erst aus den Zeiten der hansa herrührt, wo ihnen niedersächsische kaufleute waare zuführten. ** die Zusammensetzung Angulsaxones findet sich nicht allein in urkunden ziemlich oft, z. b. bei Kemble 5, 134. 146. 149, sondern auch bei Schriftstellern in und auszerhalb England, z. b. I’aul. Diac. 4, 23 schreibt Anglisaxones. Häufig heiszt es aber auch in den urkunden saxonica gens’, saxonice’ oder in lingua saxonica’. Kemble 1, 62. 172. 207. 5, 50. 51. 144.