© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 XIII. DIE SPIRATION. 294 Auch der consonantismus bietet drei durchgreifende trilogien dar, indem seine laute bald spirantes liquidae und mutae sind, die mutae wiederum bald labiales gutturales linguales, bald tenues mediae aspiralae. Der Spiranten und liquiden unterscheiden sich jedesmal viererlei, diese sind L M N R, jene H S J V: hauchende sausende jehende wehende; ich wage für die bezeichnung des J unser ahd. mhd. jehan jehen zu verwenden, welches ein sanftes gelindes sagen, lat. ajere, goth. aikan ausdrückt. Unter diesen vier lauten ist der saus der stärkste und vernehm ­ lichste , zunächst an ihn reicht der hauch; gelinder ist der jehende und wehende laut. Für den sausenden haben daher alle sprachen einen buchstab, und er tritt vor vocalen nie, vor consonanten einigemal zurück, die drei andern bezeichnen einige sprachen gar nicht oder nur durch halbe buchstaben, vor oder nachgesetzte und übergeschriebne haken und puncte. so die irische das in und auslautende H durch über ­ gesetzten punct, wie die hebräischen vocale unten punctiert werdeH. hierher gehören auch die slavischen jer und jerr, das gelinde und harte, welche gleichergestalt nur in und auslautend Vorkommen, aus I und U erwachsen (s. 283), und dem J und V vergleichbar sind. 295J und V gehn unmittelbar aus den vocalen I und U hervor, unter ­ scheiden sich also von S und H, die nicht aus vocalen entspringen, diesem gegensatz zwischen S II: J V gleicht unter den liquiden der zwischen LR: M N, denn auch L und R haben, wie J V halbvocalische natur, während M N wie S II unvocalisch erscheinen. Mir scheint die edlere art des A auch hierdurch bestätigung zu empfangen, dasz es in keinen consonant übergeht, da I und U consonanliert werden können, von dem Übergang des I und U in die Spiranten habe ich eigens geschrieben; bald folgt der consonant aus dem vocal, bald weicht er wieder in ihn zurück, sehr gewöhnlich ist, dasz aus