essisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 T T.TTTT URVERWANDTSCHAFT ZAHLEN 173 szesödziesiat siedmdziesiat osmdziesiat dziewiecdziesiat, böhin. padesat sedesat sedmdesat osmdesat devvadesat. von dieser feinen Unterscheidung zwischen dziesci und dziesiat, deset und desat wissen die übrigen mundarten nichts, selbst die altslavische nicht. Auch unsere decaden leiden keine kürzung und bilden wiederum XX XXX XL L LX anders als LXX LXXX XC, nemlich im goth. jene mit dem masc. tigus, diese mit dem neutr. tehund; es heiszt dem ­ nach tvaitigjus {ireistigjus fidvörtigjus fimftigjus, für LX mangelt leider beleg, doch mutmasze ich saihstigjus. hingegen sibuntöhund ahtaute- hund niuntehund. ahd. entsprechen dem goth. tigus zuc, dem goth. tfehund zö, so dasz es hiesz zueinzuc drizuc fiorzuc fimfzuc sehszuc, hingegen sibunzö ahtozö niunzö; doch gilt der unterschied nur für die ältesten denkmäler, später verwischt er sich und auch den drei letzten decaden wird sibunzuc ahtozuc niunzuc gegeben, wie mhd. überall zweinzec bis niunzec, nhd. zwanzig bis neunzig, ohne unterschied ein- treten. So viel ich sehe, hieng die alte zwiefache behandlung der decaden wieder am duodecimalsystem; galt statt des hunderts ein groszes hundert von 120, so war dessen hälfte 60, und wie nach 12 begann nach 60 andere zahlweise, taihun und taihund töhund entsprechen lautverschoben dem lat. decem, gr. dexa und ahd. zö scheint aus zöh erwachsen; tigus aber und zuc glichen lat. deh, gr. de/, man erwäge jenes lat. G in viginti triginta für C, wiederum aber verhalten sich tigus und tölmnd, zuc und zö wie dziesci und dziesiat, deset und desat. In der alts. mundart ist uns ein räthsel nicht vollständig gelöst, das hier cingreift: während XX tuöntig, XXX thritig, XL fiartig, L fiftig, LX sehstig lauten, wird Ilel. 5, 2 LXX durch antsibunta, 15, 19 LXXX durch anlahtoda ausgedrückt und ebenso stellt die Freckenhorslcr ur ­ kunde 9, 22 neben fiertig muddi gerston antahloda muddi havoron*;249 sibunta ahtoda erscheinen als offenbare Ordinalzahlen, ob auch cardi- nales antsibuntig antahtig galt, weisz man nicht, aber aus solchem antahlig ist ohne zweifei das plattdeutsche tachentig, mnl. tachtich, bei Kilian tachtentich, nnl. tachtig übrig, wofür sogar in einem nicht rein mhd. denkmal (Haupt 1, 16) zachzig gefunden wird, und nnl. volksmundarten gewähren tzeventig, tnegentig für zeventig, negenlig. Richthofen weist 952 b aus urkunden bei Schwarzenberg tniogentich tnogentich auf, wo sonst auch tsevenlich oft erscheint, man sieht klar, dasz dies praeßx von t- und früher ant- wiederum auf die zahlen 70 80 90 eingeschränkt bleibt, und mit dem goth. tehund, ahd. zö zu ­ sammenhängt, 20 — 60 aber kein praefix empfangen, wie ihnen goth. tigus, ahd. zuc gebührt. Völlig ins reine gebracht wird der unterschied durch die ags. decaden, welche XX — LX durch tventig {iritlig feovertig fiftig sixtig ausdrücken, von LXX an aber hund vorsetzen und (ursprünglich) die Ordinalzahl' beifügen, hund bedeutet decas und die Ordinalzahl be- achzig. alitedeg ahtodoch in der Essener lieberolle ist nach hochdeutscher weise