© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 218 Die Untersuchung hat schon so oft in das dunklere alterthum grei ­ fen müssen, dasz sie nicht umhin kann nach Asien zurück zu gehn, zwischen beiden welttheilen knüpft aber Skythien ein festes band und auf einen richtigen begrif von Skythien und seinen bewohnern haben wir vor allem das augenmerk zu richten. Den Griechen war Skythien gleich Gallien oder Galatien ein fern ­ gerücktes unbestimmtes reich; wie unter Galatern oder Kelten auch die Germanen, begriffen sie unter Skythen wiederum Germanen, Sar- maten und andere weiter im nordost gelegene Völker, hinter Thra ­ kien, jenseits der Donau begann Skythenland und reichte in unge ­ messene weite. Von getischer und thrakischer spräche ist gewissermaszen sky- thische untrennbar und schon Ilerodot verflicht das alterthum dieser Völker. Lucian mag hei solchen unterschieden nicht der vorsichtigste und gewissenhafteste sein, doch waren ihm Anacharsis und Toxaris fest überliefert. * in zwei dialogen stellt er sie als landsleute (bf-io- ‘IVd'y'ktoaoovg, bf.iotpcoi'ovg) auf, die ay.v&tGTi sich unterreden und beide an Zalmoxis und Acinaces glauben; nach dem concil. deor. 9 sind es Skythen und Gelen die Zalmoxis vergöttern, während im dialog. verae hist. 17 Anacharsis als Skvtha, Toxaris als Thrax erscheint, und im Jupiter tragoed. 42 Skythen dem Acinaces, Thraker dem Zalmoxes opfern. Straho, wie wir oben sahen, läszt Skythien zwischen dem Tanais und Rhein sich erstrecken, Tacitus nennt es nicht einmal in der Ger ­ mania, ann. 2, 65 verbindet er Bastarnas Scythasque. Ptolemaeus, der Sarmatien unmäszig dehnt bis nach Asien, schiebt Skythien mehr aus Europa fort, aber noch die jüngeren historiker erkennen europäisches * Anacharsis Scvtlia bei Herodot 4, 46. 76, bei Sträbo s. 303, in Plutarchs Symposium septem sapientum cap. 3 und im prolog des dritten buchs von Phae- drus fabeln, man nimmt an, dasz er ol. 47 (592 vor dir.) nach Griechen ­ land kam. r <3 0 jßi fe