© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 IV. DIE FALKENJAGD. Der mensch, wenn er thieren nachstellt, kann dazu des lhie-43 res selbst nicht entrathen. dem jäger gesellt sich sein hund, um das wild aufzuspüren, behend zu erreichen und festzuhalten; es ist als gehe kein geschlecht zu gründe, gegen das nicht aus seiner eignen mitte helfer dem feinde auferstehn. Unser alterlhum pflag aber nicht allein hunde abzurichten, sondern auch rauhvögel zu zähmen, die es in die luft auffliegen und nach der beute stoszen liesz. erst dadurch erreichte die jagdlust ihren gipfel. Es kann keine edlere jagd ersonnen werden, als wenn der jäger ausreitend durch die Wälder den falken auf der hand hielt und den hund vor sich laufen halte; welches thier auf dem fehl oder in den lüften mochte ihnen entrinnen? durch das pulver ist wie der krieg grausamer und unmenschlicher, die jagd tückisch und weniger poe ­ tisch geworden: ein feiger scliusz erlegt das stolzeste thier aus wei ­ ter ferne, das gegen speer und pfeil noch seine letzte kraft aufbieten konnte. Wie wissen die dichter den kühnen flug des falken und seine leuchtenden äugen in ihre bilder und gleichnisse zu ziehen: sie liez ir ougen umbe gän als der valke üf dem aste; ze linde noch ze vaste luetens beide ir weide. Trist. 11000. ja brinnent ime diu ougen sin 44 rehte in shne boubet alsö eime wilden falkelin. Mor. 2166. Ii oeil estable ne seront, ains tornent plus menuement quespervicrs, quant laloe prent. Me'on 2, 189. eis lniclhs var en la testa coma falco mudat. Ferabr. 1889. les ieux vers en la teste conme faucon ramage. Maugis 52°, und noch in Etlners hebamme s. 802: die äugen, die vormals als die falken hier und dorthin geflogen*, augenweide, das oculos pascere * in den serb. liedern ist oko sokolovo (falkenauge) schmeichelname.