© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L77 AN GERYINÜS. Auszer unserer landsmannschaft, auf die ich immer noch ein gutes stück gebe, die ich jetzt sogar enger geschürzt wünsche, hat in vie ­ len dingen gemeinsame forschung und Sinnesart, zu Göttingen gleiches Schicksal uns verbunden, seit Reinhart Fuchs nahmen Sie an meinen arbeiten beständig theil und hielten das streben alles ernstes in unsere spräche, sage und geschiehte zu dringen für ein unmittelbar der ge ­ genwärtigen und künftigen zeit zu gute kommendes unaufschiebbares geschäft. Das buch, mit dessen Zueignung, wie niemand als Ihre liebe frau weisz, ich mich schon lange umtrug, war gerade fertig, als die Verhängnisse dieses jahrs herein brachen, die mich, wären sie vor dem druck eingetroffen, bewogen haben würden damit ganz zurück- zuhalten; jetzt habe ich Ihnen anderes auszusprechen als was mir sonst angelegen hätte, und den etwas übermütigen ton meiner doch mit einer düsteren ahnung schlieszenden vorrede musz ich herabstim ­ men. denn es kann kommen, dasz nun lange zeit diese Studien da ­ nieder liegen, bevor das wühlende öffentliche geräusch ihnen wieder raum gestatten wird; sie müssen uns dann wie ein edler und milder träum hinter uns stehender jugend gemulen, wenn ans ohr der wa ­ chenden ein roher wahn schlägt, alle unsere geschiehte von Arminius an sei als unnütz der Vergessenheit zu übergeben und blosz am ein ­ gebildeten recht der kurzen spanne unserer zeit mit dem heftigsten anspruch zu hängen, solcher gesinnung ist im höchsten grade einer ­ lei, ob Geten und Gothen jemals gewesen seien, ob Luther in Deutsch ­ land eine feste macht des glaubens angefacht oder vor hundert jahren Friedrich der grosze Preuszen erhoben habe, das sie mit allen mittein erniedrigen möchten, da doch unsrer stärke hofnung auf ihm ruht, gleichviel, oh sie fortan Deutsche heiszen oder Polen und Franzosen, gelüstet diese selbstsüchtigen nach dem bodenlosen meer einer allge- rnpinheit das allp länder uhp^ünfen soll. VKtAÄ d > fCtyJz(rt>hu tKi - *