XIIX lind auf Ihre Richtigkeit eifrig war; sie änderte niemals bei einer Wiederholung etwas in der Sache ab, und bes- ferte ein Versehen, sobald sie es bemerkte, mitten in der Rede gleich selber. Die Anhänglichkeit an das Ueberlie- ferte ist bei Menschen, die in gleicher Lebensart unabänder ­ lich fortgefahren, stärker, als wir, zur Veränderung geneigt, begreifen. Eben darum hat es, so vielfach bewahrt, eine gewisse eindringliche Nähe und innere Tüchtigkeit zu der anderes, das äußerlich viel glänzender erscheinen kann, nicht so leicht gelangt. Der epische Grund der Voikedichtung, gleicht dem durch die ganze Natur in mannigfachen Ab ­ stufungen verbreitete Grün, das sättigt und sänftigt, ohne je zu ermüden. Wir erhielten außer den Märchen des zweiten Ban ­ des auch reichliche Nachträge zu dem ersten und bessere Erzählungen vieler dort gelieferten, gleichfalls aus jener, oder andern ähnlichen Quellen. Hessen hat als ei» ber ­ gichtes, von großen Heerstraßen abseits liegendes, und zu ­ meist mit dem Ackerbau beschäftigtes Land den Vortheil, daß es alte Sitten und Ueberlieferungen besser aufbewah ­ ren kann. Ein gewisser Ernst, eine gesunde, tüchtige und tapfere Gesinnung, die von der Geschichte nicht wird un-