VT i iT l> — 2g0 — und aß das auf. Bald darnach fiel noch ein Stückchen heraus: „das ist für mich," sag ­ te der andere, und läßt sich das schmecken. Das war aber das Herzlein und Leberlein, was sie gegessen hatten, und sie wußten nicht, was für Glück ihnen damit beschert war. Darnach war der Vogel gebraten, und sie trugen ihn zu der Hochzeitstafel; der Gold ­ schmidt schnitt ihn auf, und wollte geschwind Herz und Leber essen, aber da war beides fort. Da ward er giftig bös und schrie: „wer hat Herz und Leber von dem Vogel gegessen?" „Das werden wir gethan haben, sagten sie, es sind ein paar Stückchen herausgefallen beim Umwenden, die haben wir genommen." — „Habt ihr Herz und Leber gegessen, so mögt ihr auch eure Schwester behalten!" und jagte ^ j 1 te in seinem Zorn alle fort. — f+CJl ***** fco 6i. Von dem Schneider, der bald reich wurde. Ein armer Schneider ging einmal zur Wim terszeit über das Feld, und wollte seinen Bru, der besuchen. Unterwegs fand er eine erfrorne Droßel, sprach zu sich selber: „was größer ist als eine Laus, das nimmt der Schneider mit nach Haus!" hob also die Droßel auf, und steckte sie zu sich. Wie er an seines Bruders Haus kam, guckte er erst zum Fenster hinein, ob sie auch zu Haus waren, da sah er einen dicken Pfaffen bei der Frau Schwägerin sitzen vor einem Tisch, auf dem stand ein Braten und eine Flasche Wein; indem klopfte es an die Hausthüre, und der Mann wollte herein, da sah er, wie die Frau den Pfaffen geschwind in einen Kasten schließt, den Braten in den Ofen stellt-, und den Wein ins Bett schob. Nitn-mehr ging der Schneider selbst ins Haus, und bewillkommte seinen Bruder und seine Schwägerin, setzte sich aber auf den Kasten nie ­ der, darin der Pfaff steckte. Der Mann sprach: „Frau, ich bin hungrig, hast du nichts zu es ­ sen?" — „Nein, es thut mir leid f es ist aber heute gar nichte im Haus." — Der Schnei ­ der aber zog seine erfrorene Droßel heraus, da sprach sein Bruder: „mein, was thuest du mit der gefrorenen Droßel?" — „Ei! die ist viel Geld werth, die kann wahr sagen!" — „Nun so laß sie einmal wahrsagen." — Der Schnei ­ der hielt sie ans Ohr und sprach:-„die Droßel sagt: es stünde eine Schussel voll Braten im Ofen." — Der Mann ging hin und fand den Braten: „was sagt die Droßel weiter?" — „Zm Bett stecke eine Flasche Wein." Der fand auch den Wein: „ei, die Droßel mögt ich