unerhörter Pracht gefeiert wurde. Was uns
dorthin zog war die Aufführungen meines neuen
Oratoriums am 2t Tage zum Besten der A-
rmen. Gercke, der sie dirigirte, hatte
von hier, Detmold und aus der Umgebung
von Paderborn ein 200 Personen starkes
Personal zusammengebracht und alles auf
das fleißigste eingeübt. Die Chöre machten
in der, für Musik vortheilhaften Jesuiten-
kirche einem imposanten Effekt, nur die
Solosänger ließen mit Ausnahme der
Madame Schmidt aus Halle, viel zu wün-
schen übrig. Der Ertrag für die Armen
war nach Abzug der sehr bedeutenden
Kosten doch noch 800 Rth. – Die Pracht der
katholischen Kultur (es waren 3 fremde
Bischöfe und ein Abgeordneter des Pabstes
anwesend) war für meine Begleiterinnen
nun ein ganz neues und überraschen-
des Schauspiel! – So beschloß ich die Ferien-
zeit auf eine höchst angenehme Weise.
Endlich ging es wieder an die Arbeit, zu
Haus und im Theater. Im Haus wurden
die noch fehlenden 3 Sätze der So-
nate vollendet, im Theater die „Puritaner“
von Bellini einstudirt, die heute zur Auf-
führung kömmt. Die Sonate, die vor einigen