IIochgelJorner lllreyherr, Gnäidiger Herr, Eure Ilochgebornen Gnaden haben mich durch Ihre so höchst schätz- baren Geschenke, die ich unter dem 20 Decemb. vor. Jahres zu erhalten die Ehre hatte, so sehr verpflichtet, daß ich mir die größten Vorwürfe darüber mache, daß meine verspittete Danksagung Sie in Ungewißheit über die richtige Ankunft des Packetes gesetzt hat. Meine Absicht war, in unsern Gel. Zeitungen eine Anzeige von Eurer Hochgebornen Gnaden fortgesetzten ehrenvollen Bemü- hungen zu geben, und diese meinem Danksagungsbriefe beyzulegen. Da aber während des academischcn halben Jahres meine Zeit durch Bibliothelasgeschiifte und Vorlesungen so sehr beschränkt ist, so mußte jene Anzeige für die Oster- ferien ausgesetzt bleiben. Hatte ich irgend vermuthen können, daß Eure Hoch? gebornen Gnaden Ursache haben, in die Sicherheit der Posten Mißtrauen zu setzen, so Würde ich nicht gesäumt haben, meinen Schuldigen Dank auf der Stelle abzustatten. Als Bibliothecar habe ich beständige Verzinlzissung von der Post Gebrauch zu machen, und noch ist mir kein Fall vorgekommen, daß ein Brief oder Packet verloren gegangen Ware; und am allerwenigsten halte ich dieß bey kleineren Packeten für möglich, die in die sogen. Post-Lade gelegt werden. und dadurch, mehr noch als selbst Briefe, gesichert sind. Da indeß Eure Iclochgeborne Gnaden entgegengesetzte Erfahrungen gemacht zu haben scheinen, so wage ich es nicht, meine Bitte um den Barlaam zu wiederhohlen, so erwünscht es mir auch seyn würde, etwa während. des April-Monates diese Handschrift vergleichen zu können. Über Conrad von Helmsdorf weiß ich nichts, als was in den Parazneticis steht. WVenn ich mich auf ein Verzeichniß der in Bremen befindlichen Goldasti- sehen Handschriften verlassen darf, so ist die collatio vet. historiae et novi te- stamenti in Bremen nicht zu suchen; jedoch werde ich mich darüber naher erkundigen. Von einer Anna von Helmsdorf, Klosterfrauen zu Diessenhofen erhielt Goldast die IIandschrift des Wigalois. Mit der aufrichtigsten Dankbarkeit und Verehrung verharre ich Eurer Hoehgebornen Gnaden gehorsamster Diener Göttingen, März 3 1823. George Friederich Benecke. N. S. Der Brief, den ich zu erhalten die Ehre hatte, ist vom 5. Febr. datirt, aber, laut des Postzeichens, den 20. Febr. von Constanzjztbgegangen. 4. Ich halte es für meine Pflicht, Eurer Hochwohlgebornen Gnaden unver- züglich zu berichten, daß ich vorgestern den 1. d. M. die Handschrift des Barlaam, die Sie den 12. Mäirz von Eppishausen abzuschicken die Güte hatten, richtig und unversehrt erhalten habe. Ich bezeige Ihnen dafür meinen gehor- sainsten Dank, und werde in wenigen Wochen sie wieder zurück schicken, und dann zugleich den Brief, der die Ilandschrift begleitete, beantworten. Ich habe die Ehre zu seyn Eurer Iloehwohlgebornen Gnaden gehorsa1nstei' Diener Göttingen Apr. 3. 18225. George Friederich Iicnecke. 15s