Einleitung um, Kunstgarten, und die physische Erziehung der fürstlichen Kinder35 führte. In der Tat berichtete er dem Fürsten wiederholt ausführlich über seine kenntnisrei- che Behandlung Kranker;36 seine Diagnosen scheinen zuverlässig gewesen zu sein, seine Medikation, über die er in einigen Briefen berichtete, war durchweg angemessen. Das Bild von Mosanus als einem zuverlässigen, fleißigen und umsichtigen Hofbe- diensteten wird abgerundet durch die Tatsache, daß der Landgraf ihn im Sommer 1602 zu seinem Begleiter für die Incognito-Reise über Süddeutschland, die Schweiz und Frankreich wählte, dies nicht nur der medizinischen Dienste wegen, die der Arzt ihm bei Gelegenheit würde leisten können, sondern vor allem, weil er in Mosanus unterwegs einen adäquaten Gesprächspartner für seine naturwis- senschaftlichen Interessen erwarten durfte.37 Schließlich einige Worte noch zum Namen Mosanus: Er selbst benutzte immer diese Namensform; in seiner oben Anm. 30 aufgeführten englischen Publikation von 1598 freilich wird er Jacob Mo- san genannt. Diese Namensform wurde von der Personennamendatei der Deut- schen Nationalbibliothek übernommen. Tatsächlich handelt es sich aber bei sMo- sanuse um die übliche Latinisierung einer ursprünglichen Form wie Vander Maas, Vander Masen oder Vermaßen. Diese Namen sind für seinen Heimatort Weeze an der Maas nachgewiesen. Für das Jahr 1609 ist dort z. B. der Weezer Schöffe Hein- rich Vermaßen belegt, für 1645 ein Jan Vermaesen.38 Man tut gut daran, ihn wei- ter als Mosanus zu zitieren, zumal er sich in seiner nächsten Veröffentlichung von 1609 so nennt.39 Richtig spannend wurde das bisweilen etwas eintönige Geschäft des Beschreibens von chemischen Rezepthandschriften, als mir im Nachlaßinventar des Landgra- fen Moritz von 163240 Provenienzeinträge wie Ein alt Processbuch ohne titul von M. Wilhelms Vernucken erben erkaufft41 begegneten; einige Handschriften tragen seinen autographen Namenszug. So lernte ich seine geduckte, eigentlich etwas un- beholfene, fast kindliche Schrift kennen, seine stark von Nederlandismen durch- setzte Orthographie, wenn man diese gelegentlich haarsträubende Schreibweise überhaupt mit dieser Vokabel belegen darf. So kamen allein im Quartbestand 19 autographe Handschriften bzw. Faszikel zusammen (s. Register), dazu drei Er- 33 RoMMEL Bd. 6, Kassel 1837, S. 493. 36 SALLocH (s. o. Anm. 29) bezieht sich auf die im StA Marburg unter Best. 4a Nr. 39, 55 verwahrten Briefe des Mosanus an Moritz und den Bericht von MORAN, The Alchemical World, s. d.; die Brie- fe in Kassel, 20 Ms. chem. 19H, 1r-29V sind nicht berücksichtigt. 37 BROSZINSKI, Die alchemistische Bibliothek, S. 260-262. 38 BROSZINSKI , Klösterliche Bibliothek, S. 827, Anm. 17. 39 Hermann WOLFF, Jacobus MOSANUS, Beschreibung des Mineralischen brunnen, so newlicher zeit bey Cassel in Hessen in brauch gebracht worden ..., Kassel 1609. 40 StA Marburg, Best. 4a 38 Nr.7, hier 13V-27V. 41 Bl. 16T, Nr. 2 : 4o Ms. chem. 60[1,3 oder 4o Ms. chem. 33[6. XVII