26 Friedhofsordnung für den Hauptfriedhof 1. Teil 8 8. Ruhezeit. Die Ruhezeit beträgt: 25 Jahre bei Erwachsenen und Kindern über 7 Jahren, 15 Jahre bei Kindern von 2—7 Jahren, 12 Jahre bei Kindern bis zu 2 Jahren. 8 9. Einebnung. Die Einebnung von Gräbern erfolgt: 1. bei Reihengräbern nach Ablauf der Ruhezeit, 2. bei den übrigen Grabarten nach Ablauf der Erwcrbsdauer, soweit nicht ein Wiedererwerb erfolgt, 3. bei Verwahrlosung der Grabstätte. 8 io. Wiederbelegung. Rach Ablauf der Ruhe- bezw. Erwerbszeit können die Grab- statten wieder belegt werden. Überreste, die bei der Grabherstellung gefunden werden, find in der Regel unter der neuen Grabsohle beizusetzen. Das Gleiche gilt für Aschenreste. 8 11. Vorzeitige Einziehung von Grabstellen. Die Friedhofsverwaltung darf Grabstellen an gleichwertige andere Stellen verlegen, wenn der Friedhof ganz oder zum Teil seiner Benutzung entzogen oder durch die Errichtung von Gebäuden oder Wegen oder aus ähnlichen Gründen eine solche Maßnahme er- forderlich wird. In diesen Fällen erfolgt die Überführung der Leichen, der Denk- steine und des sonstigen Grabzubehörs, sowie die Reuherrichtung der Ersatzgrabstätte auf Kosten der Friedhofsverwaltung. 8 12. Wiedererwerb von Grabstätten. Der Wiedererwerb von Grabftellen soll solange ermöglicht werden, bis die Verwaltung den Platz zu anderen Zwecken nach ihrem Ermessen benötigt. Der Wiedererwerb setzt aber voraus, daß sich die Grabstätte baulich und gärtnerisch in ordnungsmäßigem Zustande befindet, daß die Erneuerungsgebühren gezahlt werden und daß der Berechtigte sich den Anordnungen hinsichtlich der Ge. staltung und Pflege der Grabstätte unterwirft. Der Abschluß des Vertrages über den Wiedererwcrb einer Grabstelle erfolgt nach den jeweils bestehenden, von der Aufsichtsbehörde genehmigten Vor- drucken. 8 13. Größe der Grabstellen. Mindestabmessung der Reihengräber: a) für Kinder unter 2 Jahren .... 1,20 m X 0,50 m, b) für Kinder von 2—7 Jahren .... 1,60 m X 0,60 m. c) für Verstorbene über 7 Jahre . . . 2,15 m X 0,90 m. Mindestabmessungen der übrig. Grabarten 2,50 m X 1,25 m. Es verbleiben Abstände von 30 cm zwischen Familienbegräbnisplätzen und Einzel- gräbern, von 20 cm zwischen Kindergräbern. Tiefe der Gräber: Mindestabstand von der Oberkante des im Grabe stehenden Sarges bis zur Geländehöhe 90 cm. 8 14. Sargarten und Sargmasse. In Gewölben, Familien- und Einzelbegräbnisplätzen sind alle Arten von Särgen zulässig. Särge mit verlöteten Iinkeinsätzen jedoch nur dann, wenn die Erwerbsdauer 100 Jahre beträgt. In R e i h e n g r ä b e r n sind nur Särge aus leichtem Tannen, oder Kiefernholz zulässig. Mit besonderer Genehmigung der Friedhofsverwaltung können ausnahmsweise auch leichte Metallsärge zugelassen werden. Die Größe der Särge für Reihen gröber sollen folgende Maße nicht übersteigen: a) für Kinder unter 2 Jahren 1,10 m Länge, 0,40 m Breite, 0,40 m Höhe, b) für Kinder im Alter von 2—7 Jahren 1,50 m Länge, 050 m Breite, 0,60 m Höhe, c) für Verstorbene im Alter über 7 Jahren 2,10 m Länge, 0,78 m Breite, 080 m Höhe. Die Verwendung von Särgen, die vorstehenden Bestimmungen nicht entsprechen, hat eine Erhöhung der Gebühren gemäß der Ge ­ bührenordnung zur Folge. Das gleiche gilt für undichte Särge. 8 15- Beerdigung und Beerdigungszeiten. Jede Bestattung ist dem städtischen Bestattungsamt anzuzeigen, das Auskunft erteilt und das Erforderliche veranlaßt. Es ist ins- besondere anzugeben, ob die Beisetzung in einem Familien ­ begräbnis-, Einzelbegräbnisplatz, Wahlgrabe oder Reihengrabe er ­ folgen soll. Handelt es sich nicht um ein Reihengrab, so ist die Lage der Grabstätte genau zu bezeichnen. Im Zweifelsfalle find die Angehörigen verpflichtet, die Angaben persönlich bei der Fried ­ hofsverwaltung, Tannenhecker Weg 6, zu machen. Dies gilt ins- besondere bei dem Erwerb eines Platzes. Die Gestellung der Sargträger für den Weg von der Kapelle bis zum Grabe erfolgt nur durch die Friedhofsverwaltung. In Ausnahmefällen kann die Friedhofsverwaltung auf be ­ sonderen Antrag, der am Tage vor der Beerdigung zu stellen ist. genehmigen, daß die Träger von dem Verein oder der Organisition gestellt werden, deren Mitglied der Verstorbene war. Die Erteilung der Ausnahmegenehmigung steht ganz im Ermessen der Friedhofs ­ verwaltung und soll auf Ausnahmefälle beschränkt bleiben. Abordnungen oder Ehrenwachen, deren Kleidung nach Ansicht der Friedhofsverwaltung der Trauerfeier oder der Würde des Ortes nicht angepaßt ist, können von der Teilnahme an der Beerdigung ausgeschlossen werden. Beerdigungen finden statt: im Sommerhalbjahr von 9—12 Uhr Vormittags und 13—16 Uhr Nachmittags, im Winterhalbjahr von 9—12 Uhr Vormittags und 13—15% Uhr Nachmittags. Am Sonnabend und an Tagen vor hohen Feiertagen findet die letzte Beerdigung 14% Uhr Nachmittags statt. Ausnahmen sind nur mit besonderer Genehmigung der Fried ­ hofsverwaltung zulässig. An Sonn- und Feiertagen finden keine Beerdigungen statt. Erfordert die Vornahme einer Beerdigung die Entfernung von Randsteinen, Einfriedigungen oder Denksteinen, so ist die Friedhofs- Verwaltung zur Veranlassung des Erforderlichen, auf Kosten der hierzu Verpflichteten, berechtigt. Das gleiche gilt für die ordnungs ­ mäßige Wiederinstandsetzung oder Aufstellung baulicher Teile, die möglichst binnen 1 Woche erfolgen soll. Abgestorbene Frühgeburten unter 7 Monaten werden auf Be ­ scheinigung eines Arztes oder einer Hebamme beigesetzt, erhalten aber kein besonderes Grab. Aschenreste sind ausnahmslos unterirdisch so tief beizusetzen, daß sich die Oberkante der Aschenkapsel 50 cm unter Geländehöhe befindet. Die Unterbringung auf Familienbegräbnisplätzen hat derart zu erfolgen, daß bis auf weiteres in jedem schon vorhandenen Grabe, dessen Verwesungsfrist noch nicht abgelaufen ist, zwei, auf jeder noch freien Grabstelle vier Urnen beigesetzt werden können. Soll ein Familien, oder Einzelplatz, dessen 50 jähriges Be- Nutzungsrecht abgelaufen ist, nur noch für die Beisetzung von Aschen ­ resten verwendet werden, so genügt eine Verlängerung der Er ­ werbsdauer um 25 Jahre, wenn nach Ablauf von 15 Jahren keine Beisetzung mehr erfolgt. Belegte Reihegräber können auf besonderen Antrag nur dann für die Beisetzung der Asche eines verstorbenen Familienmitgliedes benutzt werden, wenn von der 25 jährigen Verwesungsfrist nicht mehr als 10 Jahre abgelaufen sind. 8 16. Ausgrabungen (Umbettungen). Die Ausgrabung von Leichen darf nur nach vorher eingeholter Genehmigung der Friedhofsverwaltung und des Polizeipräsidiums erfolgen. Es sind dabei die gesundheitspolizeilichen Vorschriften genau zu beachten. Die Ausgrabung kann nur von der Friedhofs- Verwaltung in den Vormittagsstunden zwischen 6 und 9 Uhr vor ­ genommen werden. Die Genehmigung ist schriftlich oder mündlich von den Verfügungsberechtigten zu beantragen. Etwaige Beschädigungen an den daneben liegenden Gräbern oder Grabstätten, die auf die Umbettung zurückzuführen sind,