18 Städtische indirekte Steuern 1. Teil laufende Kalendervierteljahr die nachweislich von ihm für dieselbe Zeit und für denselben Hund gezahlte Gemeinde-Hundesteuer auf die hier zu zahlende in Anrechnung bringen. Wechselt ein hier versteuerter Hund seinen Besitzer, und hat der bisherige dem neuen Besitzet mit dem Hunde auch die Steuer- marke überliefert, so braucht der neue Besitzer die für das be ­ treffende Vierteljahr bereits gezahlte Steuer nicht nochmals zu entrichten, wenn er innerhalb der Anmeldefrist die Steuermarke der städtischen Steuerbehörde vorzeigt. Hat dagegen der bisherige Be- sitzer die Steuermarke behalten, so steht ihm die gleiche Ver- günstigung wegen eines nach dem Besitzwechsel steuerpflichtig ge- wordenen oder neu angeschafften Hundes zu; die Steuermarke ist alsdann für diesen Hund zu verwenden. Diese Vorschrift findet Mitsprechende Anwendung, wenn ein versteuerter Hund eingegangen ooer abhanden gekommen ist. Wer einen Hund anschafft oder mit einem Hund neu anzieht, hat ihn binnen 14 Tagen nach der Anschaffung oder nach dem An- zuge anzumelden. Junge Hunde gelten im Sinne dieser Steuer- ordnung drei Monate nach der Geburt als neu angeschafft. Jeder Hund, der abgeschafft, abhanden gekommen oder eingegangen ist, muß spätestens 14 Tage nach Ablauf desjenigen Kalenderviertel- jahres abgemeldet werden, innerhalb dessen der Abgang erfolgt ist. Die Steuer wird nicht erhoben: 1. für Hunde, die von den Militärbehörden zu militärischen Zwecken gehalten werden, 2. für Diensthunde der Zollbeamten, auch dann, wenn die im dienstlichen Interesse gehaltenen Hunde zwar Eigentum der Beamten sind, die Unterhaltungskosten für sie aber im wesent- lichen z. B. durch eine dem betr. Beamten gewährte Abfindung vom Reiche getragen werden; 3. für Hunde, die von der örtlichen Polizeibehörde oder auf deren Veranlassung von den Beamten des Polizeidienstes im Interesie der öffentlichen Sicherheit für den Außendienst ge- halten werden, 4. für Hunde, die in Gefangenenanstalten dienstlich zu Wach- zwecken gehalten werden, 5. für die von den städtischen Feldhütern mit Genehmigung des Oberbürgermeister zum dienst!. Gebrauch gehaltenen Hunde, sowie für solche Hunde, die mit Genehmigung des Oberbürger ­ meisters zur Bewachung von städtischen Gebäuden und Grund- stücken oder zu deren Schutz gegen Ratten und dergl. gehalten werden, 6. für Diensthunde der Forstbeamten und derjenigen im Privat- forstdienst angestellten Personen, die gem. 88 23 und 24 des Forstdiebstahlgesetzes vom 15. April 1878 (G. S. S. 222) ein für allemal gerichtlich beeidigt sind oder deren Anstellung ge ­ mäß 8 62 des Feld- und Forstpolizeigesetzes vom 1. April 1880 (G. S. S. 230) von der zuständigen Staatsbehörde bestätigt ist. Hierunter sind auch solche Hunde zu verstehen, die von den Forstbeamten oder den bezeichneten Privatforstangestellten selbst beschafft sind und zur Benutzung bei Ausübung des Dienstes auf eigene Rechnung gehalten werden. 7. für die von dem Kasieler Wach- und Schließ-Jnstitut oder dessen Angestellten für den Wachdienst gehaltenen Hunde, wenn sie für den öffentlichen Wachdienst notwendig und ge- eignet sind, 8. für Hunde, die von Blinden zu ihrer Führung gehalten werden, 9. für Hunde von Fremden und Durchreisenden, die keinen dauernden Aufenthalt in Kastei nehmen, sofern deren Auf ­ enthalt die Dauer von drei Monaten nicht übersteigt, und wenn sie die Hunde bei ihrer Ankunft hier bereits besessen haben. Die Hundesteuer wird auf 10 RM. ermäßigt a) zu Gunsten der Hirten für höchstens je zwei Hunde. b) Für Hunde, die unentbehrlich und geeignet sind: 1. zur Bewachung einsam liegender Gehöfte und Wohnhäuser, 2. zur Bewachung von Warenvorräten, die nicht in Gebäuden untergebracht werden können, 3. zur Bewachung von Grundstücken und Gärten, die mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs bestellt sind. Sofern diese Grundstücke und Gärten als Teile eines Gehöftes oder Wohngrundstückes anzusehen sind, tritt Ermäßigung nur ein, wenn es sich um einsam liegende Gehöfte oder Wohn ­ häuser (Ziffer 1) handelt. Die Ermäßigung zu b) erfolgt nur unter der Bedingung, daß die Hunde den Tag über dauernd in einem besonders dazu bestimmten Raum, Grundstück oder Garten eingeschlossen werden und das Grundstück auch zur Nachtzeit unter keinen Umständen verlassen. Der Besitzer eines Wachhundes hat den hierzu ermächtig ­ ten Vertretern der Stadt jederzeit zu gestatten, die Beobach ­ tung der vorstehenden Bestimmungen durch den Hundehalter nachzuprüfen. Die Ermäßigung wird nur für einen auf dem Grundstück gehaltenen Hund gewährt; sie erlischt, sobald einer der vor ­ gedachten Bedingungen zuwidergehandelt wird, mit Ablauf des Kalendervierteljahres, für das die Zuwiderhandlung fest ­ gestellt wird. <0 Für Zughunde von Gewerbetreibenden, die für den Betrieb ihres Gewerbes kein anderes Zugtier besitzen, sofern sie zur Gewerbesteuer wegen geringen Ertrages nicht veranlagt sind, und sofern die Hunde zum Betriebe des Gewerbes unent- behrlich sind. Die Steuerermäßigung erlischt, sobald der Hund nicht mehr zu dem angegebenen Zwecke gebraucht wird, mit Ablauf des Kalendervierteljahres, in das die Änderung der Benutzung des Hundes fällt. d) Für Hunde, welche zur Unterstützung bedürftiger tauber oder blinder Personen unentbehrlich sind, soweit sie nicht schon von der Steuer befreit sind. Für die zu d bis einschließlich d gedachten Hunde ist die Steuer- ermäßigung alljährlich von neuem spätestens im Einspruchswege nachzusuchen. Für Rassenhunde, die nachweislich zu Zuchtzwecken gehalten werden, und deren Züchter sich verpflichten, ihre Zuchttiere und die von ihnen gezüchteten Hunde in ein von einer Züchterorgani ­ sation anerkanntes Zucht- oder Stammbuch eintragen zu lassen, kann auf Antrag des Züchters eine Pauschalzwingersteuer entrichtet werden. Diese beträgt für höchstens drei im Zwingerbetriebe befind ­ liche Zuchttiere, sowie für deren Zuchtprodukte, solange diese Welpen im Zwinger gehalten werden und weniger als neun Monate alt sind, bis zu ihrer Abgabe in den Stadtbezirk oder nach auswärts zusammen jährlich 70,— RM; die Steuer erhöht sich für jedes weitere Zuchttier, sowie für jeden über neun Monate alten, im Zwinger gehaltenen Welpen um je 18,— RM. jährlich. Die Festsetzung der Iwingersteuer wird an die Bedingung ge ­ knüpft, daß 1. stets mindestens zwei Hunde gleicher Rasse, darunter eine Hündin für Zuchtzwecke gehalten werden, 2. mindestens in jedem zweiten Jahre ein Wurf von jeder Hündin festgestellt werden kann, 3. für Hunde größerer Rasten (mit Rückenhöhe über 35 cm) im Grundstück, in dem sie gehalten werden, besondere ge- geschlostene oder sonst geeignete Räumlichkeiten (Zwinger, Zuchtstall, Laufstall) vorhanden sind, 4. ordnungsmäßige Bücher, aus denen der jeweiliche Bestand und der Verbleib der veräußerten Hunde zu ersehen ist, ge ­ führt und dem Oberbürgermeister — Stadtsteueramt — auf Verlangen jederzeit vorgelegt werden, 5. alle Würfe und Veräußerungen von Hunden an im Stadt- bezirk wohnhafte Personen innerhalb 8 Tagen beim Ober- bürgermeister — Stadtsteueramt — angemeldet werden. Der Oberbürgermeister kann aus Billigkeitsgründen in einzel ­ nen Fällen zur Vermeidung von Härten die Hundesteuer ganz oder teilweise erlassen. Jeder Besitzer eines steuerpflichtigen Hundes erhält für das jeweilig laufende Steuerjahr (1. April bis 31. März) bei der ersten Steuerzahlung eine Steuermarke, deren Nummer auf der Steuer ­ quittung vermerkt wird. Die Steuermarken für Zwingerhunde, die für alle über neun Monate alten Tiere ausgegeben werden, sowie für Wachhunde sind besonders kenntlich gemacht. Den Besitzern steuerfreier Hunde wird eine Steuer-Freimarke ausgehändigt. . Die Hundebesitzer haben sich die Steuermarken bei der Steuer- lasse rechtzeitig zu verschaffen und dafür zu sorgen, daß die Hunde die Marken das ganze Jahr hindurch (die Zwingerhunde während ihrer Zugehörigkeit zu einem Zwinger und die Wachhunde während ihrer Verwendung als solche in dieser Zeit) in sichtbarer Weise an sich tragen. Wird für eine Marke Ersatz notwendig, so wird gegen Er- stattung von 25 Pfg. eine andere Marke verabfolgt.