I. Teil Friedhofsordnung für den Hauptfriedhof 25 8 2. Die Aufsicht über die gesamten Friedhofsanlagen, sowie die Leitung des Friedhofsbetriebes untersteht dem Friedhofsinspektor. Dieser ist Beamter und Vorgesetzter aller im Friedhofsbetrieb Be ­ diensteten, er ist der Friedhofsverwaltung gegenüber persönlich für die ordnungsmäßige Führung aller Verwaltungsgeschäfte verant ­ wortlich. Das erforderliche Personal wird ihm gestellt. 8 3. Beerdigungsrecht. Der Hauptfriedhof dient zur Beisetzung der in Kassel zur Zeit ihres Todes wohnhaften oder daselbst verstorbenen Personen ohne Unterschied der Konfession. Zur Beisetzung anderer Personen be ­ darf es der Genehmigung der Friedhofsverwaltung. Neben der Erd ­ bestattung ist auch die Beisetzung von Aschenresten zulässig. 8 4. Art der Grabstellen. a) Reihengräber. Die Belegung erfolgt in der Regel der Reihe nach nebenein- ander. Die Ruhezeit beträgt 25 Jahre. b) Wahlgräber. Die Abgabe erfolgt an bevorzugten Stellen auf die Dauer von 30 Jahren. c) Familien begrab nisplätze. 1. Die Zuteilung erfolgt auf hierzu bestimmten Abteilungen des Friedhofs der Reihe nach auf die Dauer von 50 Jahren. 2. über den Erwerb wird eine Erwerbsurkunde auf den Namen des Erwerbers ausgestellt. 3. Das Nutzungsrecht berechtigt zur Beisetzung des Erwerbers und seiner Angehörigen. Als Angehörige gelten: 1. der Ehegatte, 2. die Kinder und deren Ehegatten, 3. die Eltern des Erwerbers. 4. Auch juristische Personen können zum Erwerb des Nutzungs ­ rechtes zugelassen werden. Der Kreis der Nutzungs- berechtigten ist in der Urkunde festzulegen. 5. Zur Übertragung des Rechts an hier nicht als berechtigt bezeichnete Personen ist die Zustimmung der Friedhofs ­ verwaltung erforderlich. 0. Die Beisetzung wird von der Vorlage der Erwerbsürkunde abhängig gemacht. Sind mehrere Berechtigte vorhanden, so gilt der Friedhofsverwaltung gegenüber derjenige zur Ver ­ fügung über die Grabstelle als berechtigt, der sich im Besitz der Urkunde befindet. 7. In jeder Grabstelle darf nur eine Leiche beigesetzt werden. Ausnahmen sind nur bei verstorbenen Kindern unter 4 Jahren mit Genehmigung der Friedhofsverwaltung möglich. 8. In jedem schon belegten Grabe können 2, in jeder noch freien Grabstelle bis zu 4 Urnen mit Aschenresten beigesetzt werden. 0. Ist die Verwesungsfrist einer in der Familientzrabstätte bei ­ gesetzten Leiche bei Rückfall der Grabstätte noch nicht ab ­ gelaufen, so wird die Friedhofsverwaltung in der Regel den betreffenden Platz erst nach Ablauf der Verwesungs ­ frist wieder benutzen. Das Recht der Umbettung der Leiche bleibt der Friedhofsverwaltung jedoch ausdrücklich vor ­ behalten. <!) G e w ö l b e. Familiengräber können in den dazu bestimmten Friedhofs ­ teilen als Gewölbe ausgemauert und überbaut werden. Die Erwerbsdauer beträgt 100 Jahre. v) Einzelbegräbnisplätze. Für die gelten sinngemäß die Bestimmungen zu c. 8 5. Durch den Erwerb einer Grabstelle unterwirft sich der Erwerber den jeweiligen Bestimmungen der Friedhofs- und Gebührenordnung einschließlich etwaiger Abänderungen und Ergänzungen. 8 6. Die Übertragung einer Grab- oder Aschenstätte begründet für den Erwerber ein zeitlich beschränktes Benutzungsrecht, für dessen Inhalt und Umfang die Bestimmungen der jeweiligen Friedhofs ­ ordnung und des im Gebiet des ehemaligen Kurfürstentums Hessen- Dassel geltenden Friedhofs- und Kirchenrechts maßgebend find. 8 7. Rechtsverlust. Das Recht an Grabstellen jeder Art wird verwirkt, wenn die gemäß der Abgabebedingungen übernommenen Verpflichtungen, insbesondere hinsichtlich der Instandsetzung und Unterhaltung der Grabstätten, nicht erfüllt werden. Der Rechtsverlust tritt erst ein, wenn eine zweimalige schrift ­ liche Mahnung, deren letzte den Hinweis auf den Rechtsverlust ent- halten muß, unbeachtet geblieben ist. Sind der Verfügungsberechtigte und feine Anschrift der Fried ­ hofsverwaltung nicht bekannt und sind Feststellungen hierüber so kostspielig oder so schwierig, daß sie eine den regelmäßigen Ge ­ schäftsgang erheblich störende Mehrbelastung bedeuten würden, so tritt an die Stelle der schriftlichen Mahnung eine solche durch ein ­ malige Einrückung in die von der Friedhofsverwaltung für die Veröffentlichung derartiger Mahnungen bestimmten Kasseler Tages- zeitungen. 8 8. Ruhezeit. Die Ruhezeit beträgt: 25 Jahre bei Erwachsenen und Kindern über 7 Jahren, 15 Jahre bei Kindern von 2—7 Jahren, 12 Jahre bei Kindern bis zu 2 Jahren. 8 9. Einebnung. Die Einebnung von Gräbern erfolgt: 1. bei Reihcngräbern nach Ablauf der Ruhezeit, 2. bei den übrigen Grabarten nach Ablauf der Erwerbsdauer, soweit nicht ein Wiedererwerb erfolgt, 3. bei Verwahrlosung der Grabstätte. 8 10. Wiederbelegung. Rach Ablauf der Ruhe- bezw. Erwerbszeit können die Grab ­ stätten wieder belegt werden. Überreste, die bei der Grabherstellung gefunden werden, sind in der Regel unter der neuen Grabsohle beizusetzen. Das Gleiche gilt für Aschenreste. 8 11. Vorzeitige Einziehung von Grabstellen. Die Friedhofsverwaltung darf Grabstellen an gleichwertige andere Stetten verlegen, wenn der Friedhof ganz oder zum Teil seiner Benutzung entzogen oder durch die Errichtung von Gebäuden oder Wegen oder aus ähnlichen Gründen eine solche Maßnahme er ­ forderlich wird. In diesen Fällen erfolgt die Überführung der Leichen, der Denk- steine und des sonstigen Grabzubehörs, sowie die Neuherrichtung der Ersatzgrabstätte auf Kosten der Friedhofsverwaltung. 8 12. Wiedererwerb von Grabstätten. Der Wiedererwerb von Grabstellen soll solange ermöglicht werden, bis die Verwaltung den Platz zu anderen Zwecken nach ihrem Ermessen benötigt. Der Wiedererwerb setzt aber voraus, daß sich die Grabstätte baulich und gärtnerisch in ordnungsmäßigem Zustande befindet, daß die Erneuerungsgebühren gezahlt werden und daß der Berechtigte sich den Anordnungen hinsichtlich der Ge- staltung und Pflege der Grabstätte unterwirft. Der Abschluß des Vertrages über den Wiedererwerb einer Grabstelle erfolgt nach den jeweils bestehenden, von der Aufsichtsbehörde genehmigten Vor ­ drucken. 8 13. Größe der Grabstellen. Mindestabmessung der Reihengräber: a) für Kinder unter 2 Jahren .... 1,20 in X 0,50 in, b) für Kinder von 2—7 Jahren .... 1,60 m X 0,60 in, c) für Verstorbene über 7 Jahre . . . 2,15 in X 0,90 in. Mindestabmessungen der übrig. Grabarten 2,50 in X 1,25 m. Es verbleiben Abstände von 30 ein zwischen Familienbegräbnisplätzen und Einzel ­ gräbern, von 20 cm zwischen Kindergräbern. Tiefe der Gräber: Mindestabstand von der Oberkante des im Grabe stehenden Sarges bis zur Geländehöhe 90 cm.