. Silbervergoldeter Dreibecher des Meisters Ioh. Llauß, Nürnberg, um 1«;40. Drei Kelche in Form einer Akelei- blute sind zu einem Trinkgefäß ver- einigt. Zwischen den Kelchen ein Adler. nicht Christentum, als noch nicht Römerreich und Griechenkultur in dieses nördliche Land hineinstrahlten. Nirgends einprägsamer als hier ist die Jugendlichkeit unserer heimischen Stämme zu fassen, deren derbe kaum verzierte Keramik den überlegenen Erzeug ­ nissen kretisch.mykenischer und griechischer Vasenmalerei im Nebenraum gleichzeitig ist. Aber wir müssen zurück in eine ganz andere Welt. Wir betreten den Goldsaal und stehen inmitten der Pracht und des Glanzes der alten fürstlichen Kunst ­ kammer. Hier ist beisammen, was die Gefahren und Stürme der Jahrhunderte 'überdauert hat: Gold und Silber, kostbares eiskaltes Bergkristall, Edelsteine und reiche Geschmeide, Bernstein und Elfenbein, seltene Gläser und Porzellane aus den märchenhaften Fernen des Morgenlandes, hier gibt der weitentrollte üppige Gobelin mit seinem phantastisch barocken Gelage den Grundton warmer Fülle und Freudigkeit ab. Was hier noch heute beisammensteht, ist Zeugnis in doppeltem Sinn, einmal für die bewunderswerte Reinheit, Sicher ­ heit und Meisterlichkeit der alten Handwerke, zum anderen für das maßvolle Gefühl der Verantwortlich ­ keit und der Hochachtung, mit dem die hessischen Landes ­ herren Jahrhunderte hindurch ihren Besitz betreut haben. Aber die Sammlung hat nicht nur die Schätze des Hofes bewahrt, sie hat daneben auch gesammelt und aufbehalten, was guter Hausrat und echtes Ge ­ brauchsgut der Väter gewesen ist. Was durch die Zimmer an Stühlen und Tischen, an Schränken und Truhen, an Ofen, an Bänken, an Leuchtern und Krügen verteilt steht, das ist fast ein jedes eine in ihrer Form völlig gelöste Aufgabe.