18 Beerdigungswesen. Familien-Begräbnisplätze. Teil I. Beerdigungs wesen. Städtisches lteerdigungsaint: Rathaus, Zimmer 48b. (^«Rathaus. Dienststunden: Von 8 bis 12 l /2 vormittags und 3 bis 5 1 /* Uhr nachmittags, mit Ausnahme Mitt ­ woch nachmittags. Bei Feiertagen, die nicht auf einen Sonntag fallen, von 8 bis 10 Uhr vor ­ mittags, Sonntags geschlossen. Auf Grund der §§ 13 und 61 der Städteordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 wird nachstehendes Ortsstatut erlassen: § 1. Das Beerdigungswesen untersteht als Gemeiudeanstalt ausschließlich der Ver ­ waltung der Stadt Cassol. Die mit dem Beerdigungswesen verbundenen Dienstgeschäfte und Obliegenheiten werden von einer städtischen Dienststelle, dem Beerdigungsamt, wahr ­ genommen. Die Aufsicht über das Beerdigungsamt führt der Magistrat der Stadt Cassel. § 2. Dem Beerdigungsamt liegt die Besorgung aller mit der Beerdigung verbundenen Ge ­ schäfte ob, wenn die Person auf einem der zur Stadt Cassel gehörigen Friedhöfe beerdigt werden soll. Auch die Überführung von Leichen nach den hiesigen Bahnhöfen ist Sache des Beerdigungsamtes, das auch bei Überführung von Leichen nach benachbarten Orten in Anspruch genommen werden kann. Die Überführung nach den Friedhöfen und den städtischen Leichenhallen, sowie nach den Bahnhöfen darf nur mittels der städtischen Leichenwagen geschehen. Hiervon ausgenommen sind die polizeilich aufgehobenen Leichen, die Leichen von Kindern, diese nur, wenn ihre Über ­ führung nach dem Friedhofe durch die Totenfrau ohne Benutzung des städtischen Leichenwagens ausgeführt werden kann, die Leichen der in § 3 genannten Personen und diejenigen Leichen, bei denen der Magistrat die Überführung in anderer geeigneter Weise infolge außergewöhnlicher Umstände (Epidemien, Nähe des Friedhofes usw.) zugelasseu hat. § 3. Die Tätigkeit des Beerdigungsamtes erstreckt sich regelmäßig nicht auf Sterbefälle folgender Personen: 1. der Offiziere, Sanitätsoffiziere und Mannschaften des Keichsheeres; 2. der Israeliton; 3. derjenigen Strafgefangenen und hingerichteten Personen, deren Leichen auf Anordnung des Gerichts zu wissenschaftlichen Zwecken nach einer Universität überführt werden; 4. der in hiesigen Krankenanstalten aufgenommenen Ortsfremden, wenn sie nicht auf einem zur Stadt Cassel gehörigen Friedhöfe beerdigt oder nicht nach einem hiesigen Bahnhöfe überführt werden; Doch kann auch in diesen Fällen das Beerdigungsamt in Anspruch genommen werden. § 4. Alle im Stadtbezirk vorkommenden Sterbefälle mit Ausnahme der im § 3 unter 1—4 aufgeführten, sind bei dem Beerdigungsamt sofort und spätestens an dem auf den eingetretenen Tod nächstfolgenden Tage anzuzeigen. Zur Anzeige verpflichtet ist derjenige, der nach § 57 des Gesetzes über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung vom 6 . Februar 1875 gehalten ist, dem Standesbeamten den Sterbefall anzuzoigen. Bei Sterbefällen in öffentlichen Kranken-, Gefangenen- und ähnlichen Anstalten, sowie in Kasernen liegt die Anzeigepflicht dem Vorsteher der Anstalt oder dem von der zuständigen Behörde ermächtigten Beamten ob. § 5. Unter Aufhebung der bisherigen Einteilung der Beerdigungen in drei Klassen werden die Beerdigungsgebühren und -kosten auf Grund einer Gebührenordnung erhoben, deren Sätze von der Stadtverwaltung bestimmt werden. Die Einziehung erfolgt durch das Beerdi ­ gungsamt. . . § 6 Die zur Ausführung dieses Ortsstatuts erforderlichen Bestimmungen werden, soweit sie den Dienst des Beerdigungsamts regeln, durch eine von den städtischen Körperschaften zu er ­ lassende Verwaltungsordnung, und soweit sie Zuwiderhandlungen gegen den § 2 Absatz 2, sowie § 4 verhindern sollen, durch Polizeiverordnung getroffen. Nach den Bestimmungen über die Benutzung der städtischen Leichenhallen auf den Fried ­ höfen ist das Öffnen der Särge daselbst verboten. Familien-Begräbnisplätze. üienstlokal der Friedhofs Verwaltung: Spohrstraße 1U (Pfarrhaus). Kassenstunden von V s 9—Vjl Ohr vormittags. 0 ?^> 1047. Wegen Erwerbung von Familien - Begräbnisplätzen wende man sich an den Friedhofs- Inspektor 0r& 483. Dienstlokal desselben Tannenhecker Weg, gegenüber der Karolinenstraße. Dienststunden nur Wochentags, im Sommer von 9—1 Uhr vormittags und 3 —6 Uhr nach ­ mittags, im }Vinter bis 5 Uhr. Für die Überweisung von je 2 Gräbern sind je nach Lage der Plätze 240 —350 GM. an die Friedliofskasse zu entrichten. Wenn nach Ablauf von 50 Jahren der Platz für die betreffende Familie erhalten werden soll, dann ist der Betrag zu entrichten, der zur Zeit der Erneuerung für einen neu zu er ­ werbenden Familienplatz gleicher Größe auf der betreffenden Abteilung zu zahlen ist.