Teil II. Stiftungen. 55 19. Fürsorgestock zur Gewährung von Unterstützungen an alleinstehende weibliche Personen. Der Fonds ist aus dem Überschuß der Aus ­ gabestelle für bezahlte Frauenarbeit gebildet worden. II. Stiftungen unter Verwaltung be ­ sonderer Kuratorien usw. 1. Ottilie Kellerniann-Stiftungf.Lehrerinnen. Die Zinsen werden als lebenslängliche Pension (z. Zt. jährlich 100 Mk.) an würdige und be ­ dürftige ehemalige Lehrerinnen, die an einer hiesigen Privatunterrichtsanstalt mindestens 10 Jahre lang als Lehrerinnen oder Vorsteherinnen tätig gewesen sein müssen, verliehen. Wird die Pension nach Ableben der jeweiligen Empfängerin frei, so erfolgt deren öffentliche Ausschreibung. 2. Stiftung der Ehegattin des Obersten a. 1). Kellermann, Marie Elisabeth gcb. Liebehenz zur Heilung oder Pflege Geisteskranker. Die Zinsen (jährlich rd. 4100 Mk.) werden jährlich als Zuschüsse zu den Verpflegungs ­ kosten von in Anstalten oder in Familienpflege untergebrachten Geisteskranken der Stadt Cassel an bedürftige Anverwandte vergeben. Gesuche sind bis zum 15. Februar jeden Jahres einzu ­ reichen. 3. Pfeiflcr’sche Stiftung. Zweck der Stiftung, die aus der Hinterlassen ­ schaft des im Jahre 1893 verstorbenen Dr. ined. Theoder Pfeiffer zu Cassel gegründet worden ist, ist die Unterstützung von Witwen und Waisen solcher Ärzte und anderen Personen in ähnlicher sozialer Lebensstellung, die in dem, dem früheren Kurfürstentum Hessen ent ­ sprechenden Teile der Provinz Hessen-Nassau tätig gewesen sind. 4. Luise Reiss-Stiftung. Die Stiftung hat den Zweck, bedürftigen Witwen und Waisen ehemaliger Mitglieder des Staatlichen Theaterorchesters zu Cassel laufende Geldunterstützungen zu gewähren. Vorstand: Vorsitzender: Stadtrat Häring, Cassel; Schatzmeister und Rechnungsführer: Dr. Ludw’ig Pfeiffer, Cassel: weitere Mitglieder: 1 Amtsgeriehtsrat Dr. W. Reiss, Staßfurt, Kammer ­ virtuos W. Deyerberg u. Kammermusiker Dilcher, Cassel. 5. Vermächtnis des Generalleutn. Schirmer zur Unterstützung unbemittelter Witwen u. Waisen von Militärpersonen. Die Zinsen z. Zt. (jährl. rd. 2000 Mk.) sollen nur an Witwen und Waisen solcher ehemaligen kur ­ hessischen Militärpersonen, die bis zu ihrem Tode entweder aktive Soldaten oder Mi ­ litär pensionäre waren, verliehen werden. Ausschreibung erfolgt im August jeden Jahres, i (>. Stiftung der Brüder George und Konrad Lenoir zur Erziehung von Walsen in Cassel. Die Stiftung hat den Zweck, Waisenkinder (Jungen und Mädchen) zu erziehen. Die Waisen ­ anstalt ist am 1. April 1909 auf dem Stiftsgut Teichhof bei Fürstenhagen eröffnet worden. Voraussetzungen der Aufnahme sind: Gänzliche Mittellosigkeit des Kindes, geistige und körper ­ liche Gesundheit und ein Alter von 6, höch ­ stens 10 Jahren. llis auf weiteres wird von den Unterhaltungs ­ pflichtigen aufzunehmender Kinder ein Ver ­ pflegungskosten-Zuschuß von 7200 Mark jährlich gefordert. Anmeldungen sind an die Stiftung, Cassel — Rathaus — zu richten. 7. Tausendjahrfeierstiftung des Großen Casselcr Bürgervereins zur Unterstützung armer pflegebedürftiger Kinder. Die Zinsen (jährl. rd. 1900 Mk.) sollen ver ­ wendet werden zur Gewährung von Stärkungs ­ mitteln, Solbädern, Land- und Kuraufenthalten und ähnliche Zwecken. 8. Louis Moritz und Alwine Cleve-Stiftung, zu gemeinnützigen wohltätigen Zwecken. Aus der Stiftung sollen in Cassel wohnende Personen, die über 70 Jahre alt und bedürftig sind, am 4. Dezember jeden Jahres, Unter ­ stützungen erhalten. Das Ausschreiben zur Bewerbung um Unter ­ stützungen wird alljährlich im Monat September erlassen. 9. Brendina-Rinald’sche Stiftung zu gemein ­ nützigen wohltätigen Zwecken. Zweck der Brendina-Rinald’schen Stiftung ist die Ausübung reiner bürgerlicher Wohltätigkeit zum Besten der Stadt Cassel, und zwar sollen alle die untergeordneten Beamten und Arbeiter, die dem öffentlichen Wohle, der Ordnung und der Sicherheit in der Stadt Cassel dienen, in Fällen von Bedrängnis, soweit möglich unter ­ stützt werden. Dahin gehören also die Polizei ­ schutzleute, die den Straßen- und Sicherheits ­ dienst zu verrichten haben, die Leute der Feuer ­ wehren, Krankenträger und alle städtischen Ar ­ beiter, die von dem Magistrat in den Betrieben oder auf den Straßen der Residenz Cassel be ­ schäftigt werden. Es kommen auch Fälle von sonstiger bitterer Not, sowohl dem Herrn Polizei ­ präsidenten, wie dem Herrn Oberbürgermeister, zur Kenntnis, ohne daß gerade Mittel zur Linde ­ rung vorhanden sind. Auch solche Fälle sollen Unterstützung finden. In allen Fällen soll weder nach Geschlecht, noch nach Religion, noch nach Vergangenheit gefragt werden, sondern es soll nur die größere Not entscheiden. 10. Fritz Vogt-Stiftung zur Unterstützung von Kriegsteilnehmern, insbesondere Kriegs ­ beschädigten. Die Stiftung bezweckt die Unterstützung von Kriegsteilnehmern, insbesondere Kriegsbeschä ­ digten, die in Cassel ihren Wohnsitz haben und