Teil I. Sehenswürdigkeiten, Theater, Konzerte. 5 Das neue Rathaus, in den Jahren 1905—1909 nach den Entwürfen von Karl Roth (Darm ­ stadt, mit einem Kostenaufwand von über 3 Millionen Mark (ohne Grund und Boden) erbaut. Prachtvoller Monumentalbau im Barockstil. Sohenswert sind vor allem im Hauptgeschoß die Sitzungssäle und im Erdgeschoß der Trausaal. Vom Dachreiter des Gebäudes herr ­ licher Blick auf Cassel und Umgebung. Sehr stark besuchter Ratskeller. Die Stadthalle im Westen Cassels ist von den Architekten Hummel und Rothe entworfen und mit einem Kostenaufwand von etwa 2 1 /* Millionen Mark am 1. April 1914 fertiggestellt worden. Der monumentale Prachtbau enthält Sehensworte Festsäle, die mehr als 3000 Personen Platz bieten und einen vornehmen Mittelpunkt abgeben für gesellschaftliche und künstlerische Veranstaltungen. An die Stadthalle schließt sich ein etwa 4000 Personen fassender, kunstvoll angelegter Konzertgarton an. Anträge auf Überlassung der Säle und des Gartens nimmt das Städtische Verkehrsamt — Abt. Stadthalleuverwaltung Rathaus, Zimmer 76 Rathaus — entgegen. Marmorbad i. d. Karlsaue. Marmorskulpturen von P. S. Monnot; Motive aus der griechischen Mythologie. Erbaut 1720—1728 v. Landgr. Karl. Zugänglich im Sommer von 10—1 und außer Sonntag uud Mittwoch auch nachm, von 3—5 Uhr. Im Winter 11—1 Uhr. Ein ­ tritt 4 Mk. Schulen Ermäßigung. Orangerieschloß in der Karlsaue, unter Landgraf Karl erbaut 1701—1711 im reinsten Rokokostil. Residenz-Scliloß am Friedrichsplatz, Eingang Königsstraße, Residenz-Paläste der früheren Kurfürsten von Hessen. Prachtvolle innere Ausstattung, kann täglich, vom 1. April bis 30. September von 9—12 und uachmittags von l 1 /*—5 Uhr, in den anderen Monaten wio vor aber nur bis 4 Uhr nachmittags, und an Sonn- und Festtagen von 9—2 Uhr besichtigt werden. Eintrittskarten je Person 10 Mk. und Montags 25 Mk. sind dortseihst bei dem Schloß Verwalter zu haben. Geschlossene Führungen von Schulklassen zahlen für die Person 2 Mk. — Außerdem ist im Residenzpalais noch zu besichtigen: die Städt. Bildergalerie und das Bose-Museum zu denselben Zeiten wie oben. An Wochentagen kostet die Besichtigung der Bildergalerie uud des Bose-Museums 1 Mk., Sonntags von 10-1 Uhr 50 Pfg. Türme der St. Martinskirche. Herrliche Aussicht, täglich zugänglich. Martinskirche erbaut 1300. Denkmäler. a) Denkmal des Landgrafen Friedrich II. auf dem Friedrichsplatz; b) Denkmal des Landgrafen Karl auf dem Karlsplatz; c) Hossendenkmal zur Erinnerung an die Opfer der französischen Fremdherrschaft in der Karls-Aue unterhalb der „Schönen Aussicht“; d) Siogesdenkmal am Justizgebäude; e) Schomburgdenkmal am Ständeplatz; f) Spohrdenkmal, gegenüber dem Friedrichsplatz; g) Möllerdenkmal vor der Bildergalerie, in der Straße zur Schönen Aussicht; h) Denkmal der Einigung Deutschlands am Wilhelmshöher Platz; i) Denkmal Philipp des Großmütigen auf dom St. Martinsplatz; k) Papinbrunnen vor dem Naturalien-Museum, Steinweg; l) Bücherwurm-Brunnen (Murhardbibliotbek). Wilhelmshöhe. Das Schloß mit seinen großartigen Einrichtungen und vielfachen Erinne ­ rungen an Napoleon III. — Besichtigung durch den Schloßverwaltor. Eintrittskarten 10 Mk., am Montag 25 Mk. Unter allen Fürstenschlössern im deutschen Reiche nimmt Wilhelmshöhe vermöge seiner wunderbar schönen Umgebung, seiner herrlichen Anlagen in dom weiten Gebirgs- park und namentlich seiner weltberühmten Wasserkünste unbestritten eine der hervor ­ ragendsten Stellen ein. Eine solche Fülle dos Schönen, eine solche Mannigfaltigkeit der Bilder vermag nicht leicht ein zweiter Ort aufzuweisen. Erbaut 1786—1798. Die Besteigung des Riesenschlosses (Oktogon) und des Herkules (596 m über dom Meeresspiegel) bietet die großartigsten Eindrücke. Das wunderbare Bauwerk mit seinen riesenhaften Ausdehnungen und seinen wunderbaren Gruppierungen, die zauber ­ hafte Rundsicht, die man von hieraus genießt, sind von überwältigender Wirkung. Erbaut 1701—1714. Die Wasser springen in der Zeit vom ersten Sonntag des Monats Mai bis Mitte Ok ­ tober au allen Sonntagen und an jedem Mittwoch, sowie am Himmelfahrtstage und am 2. Pfingstfeiertage von 3 1 /* Uhr an (dagegen fällt der 1. Pfingsttag aus), und zwar mit den Kaskaden anfangend, und von etwa 20 zu 20 Minuten auf die folgenden Wasserfälle über ­ gehend. Es ergibt sich dadurch nachstehende Reihenfolge: 1) die großen Kaskaden am Riesonschloß, 2) der Steinhöfersche Wasserfall, 3) die Teufelsbrücke, 4) der Aquaedukt, 5) die große Fontaine (50 m hoch), 6) der neue Wasserfall. — Mittwoch nachmittags spielen die Wasser mit Ausnahme der großen Kaskaden und des neuen Wasserfalls. Sie beginnen daher 3 1 /» Uhr am Steinhöferschen Fall.