Teil II. Waisenhäuser u. Hospitäler. — Stiftungen. 69 Rechnungsführer: Bankner R. Ballin. Schriftführer: Dr. jur. J. Kaufmann. Ökonom: A. Wertheim. Rentner Kommerzienrat M. Gottschalk, Rentner J. Hess, Holzhdlr. L. Lazarus, Frau Dr. J. Prager, Frau Kommerzienrat E. Wertheim, Frau Kommerzienrat A. Rosenzweig. Zivil-Witwen- und Waisen-Anstalten. Zivil-Witwen- und Waisen-Anstalt in Cassel. Direktion: Dr. Koppen, Reg.-Rat, s. Regierung. Zivil -Witwen- und Waisen- Gesellschaft. Kommission: Dr. Koppen, Reg.-Rat, s. Regier. Krug, Reg.-Sktr., Rechn.-Rat, s. Regierung. Haupt-Hofhospital (Hofhospital St. Elisabeth). (Oberste Gasse 2.) 0^> 3704. Direktion: Geheimer Regierungs-Rat, Landrat a. D. Freiherr v. Dörnberg, Superintendent D. Klingender, Geh. Reg.-Rat von Eschwege. Inspektor und Rechnungsführer: Regierungs- Sekretär Grosch. Pförtner und Bote: Alsfeld. Hospital Siechen hof. (Leipz. Str. 63.) Direktion: Superintendent Klingender und Bürgermeister Brunner. Vertreter des letz ­ teren in Verhinderungsfällen: Stadtsyndikus Loeber. Pfarrer: 2. Pfarrer an der Untern. Kirche Jäger. Syndikus: Rechtsanwalt Dr. Strippel. Arzt: Dr. med. Meder. Verwalter und Kassierer: Städt. Obersekretär a. D. Dieterich. Kantor, Lektor und Organist: Städtischer Lehrer Karl Metz. Städtische Wohlfalirtshäuser. a. Jacobshaus, b. Siisterhaus (Sedanstr. 85—37). Verwaltung: Das Wolfahrtsamt. fA. Stiftungen. I. Stiftungen unter der Verwaltung des Magistrats. 1. Vermächtnis der Frau Gräfin Hose zu Stipendien für 3Ialcr und Bildhauer. Die Zinsen (jährlich 2000 Mk.) sollen würdigen und bedürftigen, aus dem ehern. Kurfürstentum Hessen gebürtigen Malern und Bildhauern zu ihrer weiteren Ausbildung verliehen werden. Ausschreibung erfolgt jährlich im Juni. 2. Vermächtnis des Medizinalrats I)r. Fiedler zum Stipendium eines Pharmazeuten. Die Zinsen (jährlich rd. 400 Mk.) sollen wür ­ digen und bedürftigen, aus dem ehern. Kurfürsten ­ tum Hessen gebürtigen Apothekern zum Studium auf der Universität Marburg verliehen werden. Ausschreibung erfolgt im August jeden Jahres. 3. Vermächtnis von Rudolf Goldschmidt zu Gunsten eines jungen Ehepaares. Die Zinsen (jährlich rd. 1400 Mk.) sollen jähr ­ lich, vom Todestage des Stifters (Juni) ab ge ­ rechnet, einem Paare würdiger Eheleute, die sich während des Jahres heiraten und von denen mindestens eine Person in der Residenzstadt Cassel ihren Wohnsitz hat und den Nachweis erbringt, daß er oder sie von einer Person ab ­ stammt, die vor dem 18. Juni 1866 ein hessischer Untertan war, verliehen werden. Ausge ­ schlossen von der Zuwendung sollen die ­ jenigen Paare sein, bei denen der Ehemann oder der Vater der Ehefrau preußischer Zivil ­ beamter ist oder im aktiven Militärdienst steht. Ausschreibung erfolgt im April jeden Jahres. Vermächtnis des Geh. Hofrats Dr. Harnier z »m Besten eines Schülers der hiesigen Kunstakademie. Die Zinsen (jährlich rd. 400 Mk.) werden auf ' or schlag der Kgl. Direktion der hiesigen Aka ­ demie, der bildenden Künste auf die Dauer von je 2 Jahren vergeben. 5. llerzogsche Schenkung, Friedrich-Auguste- Stiftung zum Besten der Ferienkolonien. Die Zinsen (jährlich rd. 1000 Mk.) sollen all ­ jährlich dem hiesigen Komitee für Casseler Ferienkolonien zur Verwendung für die Ferien ­ kolonien mit der Maßgabe zur Verfügung ge ­ stellt werden, daß nur armen und bedürftigen Kindern, die ihren Wohnsitz in Cassel haben, die Wohltat des Aufenthalts in einer Ferien ­ kolonie gewährt werden soll. Den gleichen Zwecken dient die bei Ge ­ legenheit der Tausendjahrfeier der Stadt Cassel begründeten „Stiftung der Schmidt’schen Heißdampfgesellschaft zu Gunsten der Ferienkolonie“. C. Vermächtnis des Geh. Kriegsrats Meyer I zur Ausbildung eines bedürftigen talent ­ vollen Bürgersohnes. Die Zinsen (jährlich rd. 170 Mk.) sollen zur Erziehung und zum Unterricht eines armen, mit Talent begabten hiesigen Bürgersohnes ver ­ geben werden. Zu Universitätsstudien wird das Stipendium nicht bewilligt. Ausschreibung erfolgt im Oktober jeden Jahres. 7. Rudolf Baumann - Stiftung für Kriegs- unterstützungszwecke. Die Zinsen (jährlich 1500 Mk.) sollen zur Unterstützung an bedürftige Witwen und Waisen verstorbener Kriegsteilnehmer, oder auch an bedürftige Kriegsteilnehmer und deren Familie, die bei Kriegsausbruch bereits 2 Jahre in Cassel wohnhaft waren, gezahlt werden. Sind solche Personen nicht mehr vorhanden, so sollen die Zinsen zu Ferienreisen erholungsbedürftiger Kinder aus Casseler Volks- u. Mittelschulen verwendet werden.