r 18 Auszug aus den ßedinungen für den Bezug von Gas, Wasser u. Elektrizität. Teil I. Der Preis des Gases beträgt bis auf weiteres: a) 1 Mk. für 1 cbm, b) für Kraftgas, wenn es besonders gemessen wird, wird der cbm mit 90 Pfg. be ­ rechnet. Hierbei ist der Anschluß einer Leuchtflamme im Motorenraum gestattet. c) für Gas zu gewerblichen Zwecken (Beleuchtungszwecke ausgeschlossen) 90 Pfg. bei einer Abnahme von mindestens 10000 cbm innerhalb eines Rechnungsjahres (1. April bis 31. März). d) Bei gewährleisteter Gasentnahme, nicht unter 5000 cbm jährlich, können durch Be ­ schlußfassung der gewerblichen Kommission auf vorgenannte Preise noch besondere Ermäßigungen bewilligt werden. In den Fällen, wo es sich nicht um einen laufenden Bedarf, sondern um eine Bereit ­ haltung handelt, ist neben den Beträgen für Gas und Gasmessermiete noch eine Bereit ­ stellungsgebühr zu entrichten. Der Mietpreis für einen 3 flammigen Gasmesser und Münzgasmesser beträgt monatlich 0,40 M. und steigt mit zunehmender Flammenzahl auf 10 Mk. für einen 300flammigen Messer. Jede neu angelegte Gasleitung, ebenso jede wesentliche Erweiterung wird vor dem Anschluß an das städtische Leitungsnetz geprüft. Bei Aufgeben einer Wohnung ist dem Gaswerk Mitteilung zu machen, andernfalls der frühere Inhaber für den Gasmesser als auch den weiteren Gasverbrauch verantwortlich ist. Wo bei einem Wohnungswechsel Lampen und Kocher abgenommen werden, sind als ­ bald die Leitungsenden durch Einschraubstöpsel wieder gasdicht zu verschließen. II. Wasser. Geschäftsstelle: Königstor 7. Jeder Bewohner der Stadt Cassel, der die städtische Wasserleitung in seiner Wohnung benutzen will, ist zur Anmeldung bei der Geschäftsstelle des Wasserwerkes, Wolfsschlucht 15.!, auf vorgeschriebenem Formular, das bei dieser, der Kasse der gewerblichen Werke und der Stadt- hauptkasse kostenlos erhältlich ist, verpflichtet. Die Benutzung der öffentlichen Wasser ­ ausläufe steht unentgeltlich jedermann frei. Hauseigentümer oder deren Stellvertreter haben die Anmeldung des Wasserbezugs auf dem Formular B, sonstige Wohnungsinhaber auf dem Formular C zu bewerkstelligen. Ände ­ rungen infolge Wechsels der Wohnung nder Änderung des Mietwertes sind sofort der Wasserwerks-Direktion anzumelden. Jede Hausleitung wird nach der Vollendung von dem Wasserwerk geprüft und erst dann zur Benutzung freigegeben, wenn die Anlage einwandfrei ist. Die Abgabe von Wasser aus der städtischen Wasserleitung geschieht unter Anwendung von Wassermessern, welche von der Wasserwerks-Verwaltung gestellt werden. In allen Fällen kann nach dem Ermessen der Direktion des Wasserwerks der Wasserbezug von der vorherigen Leistung einer Sicherheit abhängig gemacht werden. Für jedes Gebäude und Grundstück kommt, von besonderen Fällen abgesehen, ein Wassermesser zur Aufstellung. Jeder Wohnungsinhaber, sowie jeder Besitzer oder Pächter von Räumen, die Berufs-, Geschäfts- oder Betriebszwecken dienen, von Ställen, Geschäftszimmer, Lager oder dergleichen, die an die städtische Wasserleitung angeschlossen sind, wird mit allen auch den aftervermieteten oder unbenutzten Räumen zum Wassergeld veranlagt. Der Inhaber, einerlei ob Eigentümer oder Mieter, ist zur Zahlung des Wassergeldes a eipflichtet. Die regelmäßige Veranlagung zum Wassergeld erfolgt alljährlich und tritt mit Beginn des Rechnungsjahres," d. i. am 1. April in Kraft. Sie richtet sich nach dem Mietwert der Räume und beträgt: a) für Wohnungen usw. mit einem jährlichen Mietwert von 200 M. bis 400 M. ein ­ schließlich 3 % des Mietwertes. b) für Wohnungen usw. mit einem Mietwert von über 400 M. bis einschl. 600 M. s= 4 °/o des Mietwertes, von 600 M. bis einschl. 1000 M. = 5 °/o» über 1000 M. = 6 %• c) für Wohnungen usw. in Grundstücken, welche nur eine gemeinschaftliche Zapfstelle haben, die Hälfte der unter a und b genannten Sätze. d) für Verkaufsläden, Lagerräume, Gasthöfe, Schankwirtschaften, Schreibstuben und der Mieter anderer Betriebsräume, welche nicht in unmittelbarem Zusammen ­ hang mit der Wohnung des Geschäftsinhabers stehen, bis 2000 M. = 3 % > über 2000 M. = 4 °/o des Mietwertes. In Fällen, in welchen die Geschäftsräume in unmittelbarem Zusammenhang mit der Wohnung des Geschäftsinhabers stehen, entscheidet die Wassergeld-Veranlagungs-Kommission (§ 10) ob die Bestimmung zu a, b und c oder d Anwendung findet. Jede Wohnung wird mit sämtlichen zu ihr gehörigen Räumen als ein Ganzes betrachtet. Durch die Zahlung des festgestellten Wassergeldes erhält der Grundstückseigentümer unter der Voraussetzung der Anmeldung, Anspruch auf Freiwasser für das Grundstück und zwar a) für jeden von ihm angemeldeten ständigen Bewohner 40 Liter Wasser täglich;