58 Stiftungen. Teil 11 welche in der Stadt oder dem Landkreise Cassel geboren und ansässig sind, zum Zwecke einer besseren Ausbildung vergeben werden. 11. Stiftung des Fabrikanten G. Engelhardt. Die Zinsen (jährlich 1000 Mk.) sollen zur Förderung der Volkswohlfahrt, in Sonderheit der Jugendpflege verwendet werden. 12. Frau Elisabeth Benz-Herzog-Stiftung. Die Zinsen (jährlich 2200 Mk.) sind mit 600 Mk. zur Verteilung an Lungen-, Krebs- und Herzkranke, mit 1000 Mk. zur Verteilung an bedürftige Personen des 4. Armenbezirks und mit 600 Mk. für die Casseler Ferienkolonie bestimmt. II. Stiftungen unter Verwaltung be ­ sonderer Kuratorien usw. 1. Ottilie Kellerinann-Stiftungf. Lehrerinnen. Die Zinsen werden als lebenslängliche Pensiön (z. Zt. jährlich 100 Mk.) an würdige und be ­ dürftige ehemalige Lehrerinnen, die an einer hiesigen Privatunterrichtsanstalt mindestens 10 Jahre lang als Lehrerinnen oder Vorsteherinnen tätig gewesen sein müssen, verliehen. Wird die Pension nach Ableben derjeweiligenEmpfängerin frei, so erfolgt deren öffentliche Ausschreibung. 2. Stillung der Ehegattin des Obersten a. 1). Kellermann, Marie Elisabeth geb. Liebehenz zur Heilung oder Pflege Geisteskranker. Die Zinsen (jährlich rd. 3550 Mk.) werden jährlich als Zuschüsse zu den Verpflegungs ­ kosten von in Anstalten oder in Familienpflege untergebrachten Geisteskranken der Stadt Cassel an bedürftige Anverwandte vergeben. Gesuche sind bis zum 15. Februar jeden Jahres einzu ­ reichen. 3. Pfeiffer’sche Stiftung. Zweck der Stiftung, die aus der Hinterlassen ­ schaft des im Jahre 1893 verstorbenen Dr. ined. Theoder Pfeiffer zu Cassel gegründet worden ist, ist die Unterstützung von Witwen und Waisen solcher Ärzte und anderen Personen in ähnlicher sozialer Lebensstellung, die in dem, dem früheren Kurfürstentum Hessen ent ­ sprechenden T$ile der Provinz Hessen-Nassau tätig gewesen sind. , 4. Luise Reiss-Stiftung. Die Stiftung hat den Zweck, bedürftigen Witwen und Waisen ehemaliger Mitglieder des Königlichen Theaterorchesters zu Cassel laufende Geldunterstützungen zu gewähren. Vorstand: Vorsitzender: Stadtsyndikus Loeber, Cassel; Schatzmeister und Rechnungsführer: Dr. Ludwig Pfeiffer, Cassel; weitere Mitglieder: Amtsgerichtsrat Dr. W. Reiss, Staßfurt, Kammer ­ virtuos W. Deyerberg, Cassel. 5. Vermächtnis des Generalleutn. Schirmer zur Unterstützung unbemittelter Witwen u. Waisen von Militärpersbnen. Die Zinsen z. Zt. (jährl. rd. 1600 Mk.) sollen nur an Witwen und Waisen solcher ehemaligen kur ­ hessischen Militärpersonen, die bis zu ihrem Tode entweder aktive Soldaten oder Mi ­ litärpensionäre waren, verliehen werden. Ausschreibung erfolgt im August jeden Jahres. 6. Stiftung der Brüder George und Conrad Lenoir zur Erziehung von Waisen in Cassel. Die Stiftung hat den Zweck, Waisenkinder, und zwar zunächst nur Mädchen, zu erziehen. Die Waisenanstalt ist am 1. April 1909 auf dem Stiftsgut Teichhof bei Fürstenhagen eröffnet worden. Voraussetzungen der Aufnahme sind: Gänzliche Mittellosigkeit des Kindes, geistige und körperliche Gesundheit und ein Alter von 6, höchstens 10 Jahren. 7. Tausendjahrfeierstiftung des Großen Casseler Bürgervereins zur Unterstützung armer pflegebedürftiger Kinder. 8. Louis Moritz und Alwine Cleve-Stiftung, zu gemeinnützigen wohltätigen Zwecken. Aus der Stiftung sollen in Cassel wohnende Personen, die über 70 Jahre alt und bedürftig sind, am 4. Dezember jeden Jahres, Unter ­ stützungen erhalten. Das Ausschreiben zur Bewerbung um Unter ­ stützungen wird alljährlich im Monat September erlassen. 9. Brendina-Rinald’sche Stiftung zu gemein ­ nützigen wohltätigen Zwecken. Zweck der Brendina-Rinald’schen Stiftung ist die Ausübung reiner bürgerlicher Wohltätigkeit zum Besten der Stadt Cassel, und zwar sollen alle die untergeordneten Beamten und Arbeiter, die dem öffentlichen Wohle, der Ordnung und der Sicherheit in der Residenzstadt Cassel dienen, in Fällen von Bedrängnis, soweit möglich unter ­ stützt werden. Dahin gehören also die Polizei ­ schutzleute, die den Straßen- und Sicherheits ­ dienst zu verrichten haben, die Leute der Feuer ­ wehren, Krankenträger und alle städtischen Ar ­ beiter, die von dem Magistrat in den Betrieben oder auf den Straßen der Residenz Cassel be ­ schäftigt werden. Es kommen auch Fälle von sonstiger bitterer Not, sowohl dem Herrn Polizei ­ präsidenten, wie dem Herrn Oberbürgermeister, zur Kenntnis, ohne daß gerade Mittel zur Linde ­ rung vorhanden sind. Auch solche Fälle sollen Unterstützung finden. In allen Fällen soll weder nach Geschlecht, noch nach Religion, noch nach Vergangenheit gefragt werden, sondern es soll nur die größere Not entscheiden. 10. Fritz Vogt-Stiftung zur Unterstützung von Kriegsteilnehmern, insbesondere Kriegs ­ beschädigten. Die Stiftung bezweckt die Unterstützung von Kriegsteilnehmern, insbesondere Kriegsbeschä ­ digten, die in Cassel ihren Wohnsitz haben und deren Verhältnisse die Gewährung einer Unter-