41 Teil 1. Beordigungswesen. — Familicn-Begräbnisplätze. § 3. Die Tätigkeit des Beerdigungsamtes erstreckt sich regelmäßig nicht auf Sterbefälle folgender Personen: 1. der Offiziere, Sanitätsoffiziere und Mannschaften des aktiven Heeres; 2. der Israeliten; 3. derjenigen Strafgefangenen und hingeriehteten Personen, deren Leichen auf Anordnung des Gerichts zu wissenschaftlichen Zweckon nach einer Universität überführt werden; 4. der in hiesigen Krankenanstalten aufgenommenen Ortsfremden, wenn sie nicht auf einem zur Stadt Cassel gehörigen Friedhofe beerdigt oder nach einem hiesigen Bahn ­ höfe überführt werden; Doch kann auch in diesen Fallen das Beerdigungsamt in Anspruch genommen worden. § 4. Alle im Stadtbezirk vorkommenden Sterbefälle mit Ausnahme der im § 3 unter 1—4 aufgeführten, sind bei dom Beerdigungsamt sofort und spätestens an dom auf den eingetrotenen Tod nächstfolgenden Tage anzuzeigon. Zur Anzeige verpflichtet ist derjenige, der nach .§ 57 des Gesetzes über die Beurkundung des Personenstandes und die Eheschließung vom 6. Februar 1875 gehalten ist, dem Standes ­ beamten den Sterbefall auzuzoigen. Bei Storbefällen in öffentlichen Kranken-, Gefangenen- und ähnlichen Anstalten, sowie in Kasernen liegt die Anzeigepflicht dem Vorsteher der Anstalt oder dem von der zuständigen Behörde ermächtigten Beamten ob, Die Anzeige kann schriftlich geschehen. § 5. Unter Aufhebung der bisherigen Einteilung der Beerdigungen in drei Klassen werden die Beerdigungsgebühren und -kosten auf Grund einer Gebührenordnung erhoben, deren Sätze vom Magistrat unter Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung bestimmt werden. Die Ein ­ ziehung erfolgt durch das Beerdigungsamt. § 6. Die zur Ausführung dieses Ortsstatuts erforderlichen Bestimmungen werden, soweit sie den Dienst des Beerdigungsamts regeln, durch eine von den städtischen Körperschaften zu er ­ lassende Verwaltungsordnung, und soweit sie Zuwiderhandlungen gegen den § 2 Absatz 2, sowie § 4 verhindern sollen, durch Polizeiverordnung getroffen. § 7. Dieses Ortsstatut tritt mit dom 1. April 1909 in Kraft. Gebührenordnung und sonstige Kosten bei Beerdigungen. I. Dio an das Beerdigungsamt für die Besorgung der Leiche zu entrichtende a. Gesamtgebühr beträgt wenn der eines Erwachsenen eines Kindes unter 7 Jahren Mk. Mk. Verstorbene — bei unselbständigen Familienan ­ gehörigen das Familienoberhaupt — ein Jahreseinkommen hatte bis zu 1500 Mk. . . . 20 10 „ „ „ von 1500 Mk. bis 3000 Mk. 40 10 „ , , von 3000 Mk. bis 6000 Mk. 60 20 „ „ „ von über 6000 Mk. . . 80 30 ii. in. iv. (Bei Leichenüberführungen in der Zeit zwischen 8 Uhr abends und 7 Uhr morgens, sowie an den Nachmittagen der Sonn- und Feiertage erhöht sich je der Satz um 20 Mark.) b. Gebühr für die Benutzung eines städtischen Leichenhauses für den Tag 1 Mk. Für den Prediger die herkömmliche Gebühr in versiegeltem Verschlüsse. Für das Gral» und seine Herstellung a. der Friedhofsinspektion 1. für die Beerdigung in einem ßeihengrabe 2. „ „ „ „ „ Familienbegräbnisplatze 3. „ etwa notwendigen Aufschlag wegen Vergrößerung des Grabes 4. für den Transport des Sarges nach der Kapelle 5. für den Stadtkirchonkasten (Angehörige der Freiheiter-. Alt ­ städter-, Unter- und Oberneustädter Kirchengoineinden sind von der Zahlung der Gebühr zu 5 befreit) gültige» Geb ü h,e D s älZ s. Für die Begleitwagen die vertragsmäßigen Sätze. Cassel, den 12. August 1908. die jeweils von der Friedhofs ­ verwaltung festgesetzten Gebühron. Familien-Begräbnisplätze. Dienstlokal der Friedhofs Verwaltung: Spohrstraße 10 (Pfarrhaus St. Martin). Kassenstunden von 1 /»9—^12 1 /» Uhr vormittags. 0-$> 1047. Wegen Erwerbung von Familien-Begräbnisplätzcn wende man sich an den Friedhofs-Inspektor ^ 483. Dienstlokal desselben Holländische Str. 73, Friedhof. Dienststunden nur Wochentags: ‘ni Sommer von 8— 1 / S 1 Uhr vormittags und i jtS—6 Uhr nahmittags, im Winter bis 5 Uhr.