221 Dachte so allerlei, wohl ein Stündchen und zwei, . . . Als ihr prächtiges Haus plötzlich vor mir ich merk' ! Pfiff eins, fuhr mit der Hand übers Auge, vorbei — Und ging fleißjger nur an mein bäuerlich Werk. Aber öfter seitdein nahm sie dorthin.den Weg, Blieb wohl stehen und sah, wie die Arbeit mir ging; Lachte bald auch mit mir, führte manches Gespräch: Weshalb ich so betrübt? Und so wenig nur sing'? Darauf sage ich nichts; kehr' zur Seite nur mich. Und der wirbelnde Kopf sinkt herab auf die Brust. „Gieb das Bäumchen mal her ; ich will's pflanzen für dich ! Du bist müde und hast auszuruhen wohl Lust!" „„Nun, wenn dir es beliebt, Fräulein, üb' dich nur zu; Hilf dem Bauern und so mal ein Stündchen verbring' !"" Wie die Schaufel sie nahm, fiel ihr Auge im Nu Auf die Hand und daran auf den goldenen Ring: Dunkler ward es ihr da, als ein regnichter Tag, Aus den Wangen ihr wich plötzlich jegliches Blut — „ „Fräulein ! Wurde dir schlecht ? That ich dir etwas, sag' ! Daß so zürnend dein Blick auf mir Armen nun ruht?" " „Von wem hast du den Ring ? Und was ist's für ein Ring ?" „„Werd' nur älter und bald ist dir Alles bekannt!"" „Gieb mal ! Laß mich ihn sehn! Welchem unnützes Ding !" Und die schneeweiße Hand hielt den Finger umspannt. 15 *