144 Jüngst las ich eine rührende Geschichte Von einer Schwalbe, die ihr Nest sich baute An eines Schiffes Mast, dem sie wohl traute. Daß nie vom Hafen es die Anker lichte; Doch ach, es ging in See! Und im Berichte Stand nun, wie angstvoll es die Schwalbe schaute. Ihm folgte, allsoweit die Meerfluth blaute. Bis man sie dann verlor aus dem Gesichte. Ist nicht der Schwalbe gleich, wer seiner Liebe Ein Nest gebaut am Busen eines Andern Und wähnt, daß stets ihm diese Zuflucht bliebe? Wie bald, da wird der seiner Wege wandern. Und folgt ihm lange auch durch's Weltgetriebe Die Treue nach, sie stirbt doch gleich Leandern!