136 Wir hatten Herbst; und dennoch — meiner Treue Es war ein Tag, man hätte denken können. Der Himmel wolle einmal noch vergönnen. Daß ganz man sich des schönen Sommers freue! Die Wolken zogen durch die heit're Bläue, Als ob auf ewig sie dem Sturm entrönnen; Die Blumen hofften, daß sie doch gewönnen Und daß kein Winter jemals Flocken streue! Da überkam auch mich das alte Hoffen, Als ob sich ew'ge Treue wo noch fände, Und ich vergaß, was immer mich getroffen; Es lag vor mir das blühende Gelände, Wie deine junge Seele frei und offen — Und schweigend reichten wir uns so die Hände.