Göttingen 18 nov. 1831 . hierbei lieber Ludwig das heft der Branschen miscellen mit dank
zurück.   Ms. Quinet hatte mir seinen sehr pomphaften, aber nichts neues enthaltenden
aufsatz in original zugesandt; das wahre an der sache beschränkt sich darauf, daß
viele altfranzös. (aber längst bekannte) hss. ungedruckt liegen ; vermag er nun
etwas davon drucken zu lassen , so ist es mir schon recht.
         Mein colleg hat den 3 nov. vor 23 studenten begonnen, die bis
jetzt noch sehr pünktlich und fleißig erscheinen . Das lesen bei dem
lichterdunst (von 4 - 5) greift mich ziemlich an und da wir angewiesen
sind, auch wenn die cholera einbricht , einbricht fortzulesen , so werde ich mich dann
in einer ungünstigen luft befinden .     Bis dahin fehlt es nicht an
den gewöhnlichen soupers, bis sonntag gibt Benecke einen hofball ,
wie du aus der einlage sehen kannst ; ich wollte ich könnte es wie
die Lotte machen .
         Die reisenden fräulein haben doch mein altes wörterbuch richtig
bei dir abgegeben? lege doch Malchens steindrücke mit in das buch
         Von Wigands (nicht Wiegands, wie du schreibst) anstellung
höre ich seitdem, d. h. durch den Sohn nichts ; denn er selbst hat
in seinem brief davon geschrieben
         Die geschichte mit Robert ist sehr betrübt .  Was hielt nun der
Marie und Lisette (die nicht auf glänzenderm fuß stehen wird) das
vom Vater ererbte vermögen ! Dortchen verliert vorerst wieder
mehrere hundert thl. dadurch und wer weiß was noch in
zukunft.                    Gott sei mit euch allen .      Jacob


Wilhelms colleg ist nicht zu stand gekommen . wohl ihm . hier noch beilagen