Lieber Ludwig, ich konnte die zurückgehenden zeitungen nicht mit ein paar
worten begleiten und hole es nach.  Habe dank für deinen brief .
Es scheint ja jetzt in Cassel gut zu gehen .     Der neulich in der allgem.
augsburger zeitung abgedruckte brief über die Reichenbach wird hoffentlich
seine wirkung thun und ihre rückkehr auf immer verhindern . er war
tüchtig und treffend abgefaßt .
           Deutschland könnte wohl durch sich selbst nach und nach ins
rechte gleise kommen, wenn es abgesonderter in der welt läge , aber in
Europa treibt und verwirrt es sich immer mehr, und man sieht gar nicht
ab, wie wei t die umwälzung dringen und was sie für neue gestaltungen
der dinge hervorbringt.    Niebuhr in der merkwürdigen vorrede zum
zum neuen band seiner röm. gesch. sieht alles aufs schwärzeste an und
fürchtet rückkehr der barbarei des zweiten jh . und der völker -
wanderungen. Das kann ich nimmer glauben und dazu sind die
elemente, selbst in den Franzosen noch zu gut und edel .   Die Franzosen
sind und bleiben unsere furchtbarsten feinde , mit ihrer grenzenlosen
eitelkeit und unruhe verderben sie alle dinge ; ausgesandte emissäre
sollen allerwärts anschüren.      Ihre lauten übermüthigen
drohungen schneiden mir , wenn ich sie lese, durch die seele ;
aber wir Deutsche stehen freilich nicht gerüstet, um ihnen gehörig
zu begegnen.        Unser öffentliches wesen muß nothwendig