Gött. 25 febr 1834 .

Lieber Ludwig, ich wünsche Dir zu deinem morgenden geburtstag von ganzem
herzen glück; es ist nur gut, daß die kinder wieder gesund sind und ihr wieder
frei athmen könnt, die Lotte wird recht viel ausgehalten haben und
auch Du bist. wie jedermann weiß, ein guter nachtwacher und arznei ein-
geber.     Hermännchen hat es immer noch nicht aufs reine gebracht und
in den letzten vierzehn tagen wieder, doch ohne bedenkliche umstände
gezahnt. Es fehlt uns immer noch viel, um uns heimisch und ruhig
zu fühlen, und ein paar monate werden auf jeden fall noch verlaufen
müßen. Unter allen leuten bezeigen sich Göschens als die freundschaft-
lichsten gegen uns, fast kein tag vergeht, ohne daß uns jemand von
ihnen besucht und der älteste sohn ist als repetent unser bibliotheks-
gehülfe. An der Jordan, deren tochter mit eben diesem bräutlich
verlobt ist, hat Dortchen bereits eine dutzfreundin gewonnen . Von
dem uns gegenüber wohnenden Bauer suchen wir uns etwas ferner zu
halten, er wollte uns neulich zu einem casinoclubbsabendeßen
haben und wir haben ihm abgesagt.          Vorigen Sonnabend war
bei Langenbeck ein prächtiger ball und gestern dem Wilhelm
oder dem Cambridge zu ehren einer bei Blumenbach im lokal der
krone, auf beiden musten wir bis 1 uhr bleiben und ich habe
die Göttinger herrlichkeiten dabei kennen gelernt  x. Hugo
besucht uns gewöhnlich alle sonntage nachmittag 5 uhr,

x und mit Marie Göschen und der Fr. Professorin Hoeck getanzt.