1571 richtsperforr und durchaus keinem Andern, selbst nicht den Anwälten, die nur ihre Termins- Gebühr erhalten, zugebilligt werden. - Das Trinken von Branntwein oder Wein bei den Versteigerungen, wenn diese auch aufferhalb der Gerichtsstätte gehalten werden, wird hier ­ durch bei unnachsi'chrlicher ein- bis mehrtägigen Gefängnißstrafe untersagt. §. 7» Vor dem Schluffe jedes Versteigcrnngs - Ter- -mins soll vom Beamten oder Kommissar eine Umfrage unter oen Anwesenden gehalten wer ­ den, ob einer derselben mehr zu bieten gesonnen sey, und erst, wenn hierauf kein Uebergebol ge ­ schiehet, ist der Termin für geschloffen zu erklä ­ ren. Ist diese Erklärung erfolgt, so darf ein Nachgebot nicht mehr angenommen werden, ausser wenn alle Betheiligten, den Leßtbietenden mit einbegriffen, darein willigen. §. 8 . Der Zuschlag soll schon im ersten Termine erfolgen, sobald der abgeschätzte Werth geboten worden ist, oder auch sonst wenn der Schuldner und dessen sämmtliche auf die zum Verkaufe ge ­ brachten Stücke eingetragenen Gläubiger einstim ­ mig den Zuschlag verlangen. Ausserdem soll noch ein zweiter Verfteigerungs- Termin angesetzt und nach diesem der Zuschlag ertheilt werden, insofern entweder zwei Drittel des ge ­ schätzten Werthes geboten worden sind, und der Gläubiger, oder die Mehrheit der Gläubiger nach der Stärke ihrer Forderungen, auf den Zu ­ schlag anträgt, auch keine annehmliche Sicherheit für die durch den weitern Termin entstehenden Kosten und etwa andern Verlust geleistet wird, — oder bei einem Gebote unter zwei Dritteln des ge ­ schätzten Werthes, wenn der Schuldner und dessen Gläubiger einstimmig den Zuschlag begehren. Ist keines von beiden der Fall, so muß ein dritter Termin angesetzt werden, und nach dessen Abhaltung der Zuschlag erfolgen, cs sey denn, daß der Schuldner und affe Hypothek- Gläubiger einmürhig noch einen weitern Termin verlangten, oder jemand sogleich annehmliche Sicherheit für den, bei Fortsetzung der Verstei ­ gerung zu besorgenden Ausfall oder sonstigen Vertust bestellte. Würde in dem letzten Termine nicht einmal die Hälfte des abgeschätzten Werthes geboten seyn; so hat das Gericht zwar den Zu- schlag zu ertheilen, jedoch dem Schuldner zur Wiedereinlösung eine Frist von drei bis längstens zwölf Monaten zu gestatten. - §♦ 9* Der in einem fernern, als dem dritten, Ter ­ mine Urei stbiet end Gebliebene muß, falls auf einhelliges Begehren aller Betheiligten die Versteigerung noch weiter fortgesetzt werden sollte, ans seinen Antrag seines Gebotes entlassen werden. Auch in dem Falle, daß der Zuschlag oder die Fortsetzung der Versteigerung durch eine ansErgen- rhums - Ansprüche gegründete Zwischenklage eines Dritten gehemmt werden müsste, soll der meistbietend Gebliebene, sobald die Zwischenklage zulässig erklärt seyn wird;, vom gethanen Gebote auf sein Verlangen sofort freigelassen werden. Ausser diesen besonderen Fällen bleibt ein jeder Bieter, selbst wenn er einen entgegenstehenden Vorbehalt gemacht hatte, an sein Gebor so lange gebunden, bis er im folgenden Termine von einem andern Zahlungsfähigen wieder abgeboten seyn wird. §. 1 c>. Zwischen der ersten Bekanntmachung und dem ersten Termine sollen zwei Monate, zwischen den folgenden Terminen aber nur vier bis sechs Wochen Zwischenraum seyn, eö sey denn, daß alle Betheikigten, den Letztbietenden mit einge ­ schlossen , einstimmig eine längere Frist begehrten. Das in dem vorhergehenden Termine gesche ­ hene Letztgebot soll stets in der Bekanntmachung des folgenden Termins, jedoch ohne Nennung des Meistbietenden und des betreibenden Gläubi ­ gers, angezeigt werden. Die Gerichte haben dafür zu sorgen, daß die Ertheilung und Au 6 fertig ung, des Erkennt ­ nisses, wodurch ein Verkaufs-Termin angesetzt wird, sowie der deshalbigcn Bekanntmachungen , längstens binnen acht Tagen von Zeit der letzten gerichtlichen Verhandlung an erfolge. - .. f * 1* Derjenige, welcher für einen An dern das höchste Gebot gethan hat, ist verbunden, im Ter ­ mine die Person anzugeben, welcher das Grundstück zugeschlagen werden soll, und sich als Bevollmäch ­ tigten gehörig auszuweisen; widrigenfalls der Zu ­ schlag auf seinen Namen erfolgt, oder, wenn er