x . 23 . C a s s e I s ch e Polizei' Md WWW - ZMW. Mit Kurfürstlich Mittwoch/ den 8“" April i Hessischem Privilegw. 818. Beförder- und Veränderungen. Der Staabö - Capitain Nosenthal vom Regiment Landgraf Carl ist zum Amts-Com- mijsarius in Steinau allergnadigst ernannt. Gemeinnützige Sachen. Ueber einige der wichtigstenSeuchen der vorzüglichsten Hausthiere. (Von dem Thierarzt Thielemann zu Niederaula.) ;)Ueber dieLungenfeuche des Rindviehes. Die Lungenseuche, welche auch mit dem Namen Lungenfäule, Lungenbrand, belegt wird, ist ebenfalls eine gefährliche Krankheit, die das Rindvieh nicht selten, und zwar sowohl einzeln, als seuchenartig befällt. Gewöhnlich erscheint dieses Uebel im Herbst und Winter, seltener zu einer andern Jahreszeit. Kommt diese Krankheit als Seuche vor, so erstreckt Üe sich meistens nur auf einen, höchstens auf ein Paar ^rte, und befällt nicht sämmtlichesRindvieh, sondern tmr bald größere, bald geringere Anzahl desselben bleibt gänzlich verschont davon. Mehreremale habe rch beobachtet, daß sie sich sogar nur auf einen ein; Wa Stall eines Ortes beschrankte, und alles übrige ml) desselben Ortes gänzlich davon befreiet blieb, tue Ansteckbarkeit dieser Krankheit ist man noch einig ; indessen geht aus den Erfahrungen der besten Beobachter hervor, mit denen meine eigenen ••"‘fl übereinstimmen, daß sie nicht ansteckend sei. Die vorzüglichsten äußern Merkzeichen, welche die ­ ses Uebel kennbar machen, sind folgende: die Thiere bekommen Anfangs einen kurzen Husten, wobei sie gewöhnlich noch ziemlich fressen; bald hierauf verliert sich aber mehr oder minder dieFreßlust, das Wieder ­ kauen und bei den Kühen die Milch. Nicht lange hier ­ nach bekommen sie Fieberanfälle, Schauder und Hitze wechseln mit einander, wobei ihnen die Mäuler heiß, die Ohren und Hörner bald kalt, bald warm sind. Das Athembolen wird geschwinder, die Herzschläge vermehren sich, die Thiere schlagen mck dem Flanken, und der abgehende Mist ist trocken und schwarz; irr der Folge stellt sich auch zuweilen ein Durchfall ein. Der Anfangs unbedeutende Husten vermehrt sich, s» wie die Lust zum Fressen sich vermindert. Die Kran ­ ken bezeigen eine große Mattigkeit, und legen sich, dabei doch selten nieder, und wenn sie dieß ja thun,' so stehn sie bald wieder auf. Manchmal ist die Krank ­ heit so schleichend, und nimmt einen so unbemerkba- rcn Gang, daß man an den davon befallenen Thie ­ ren nicht eher etwas wahrnimmt, bis das Uebel seine höchste Stufe erreicht hat, und die Kranken ihrem Ende nahe sind. Der Verlauf der Lungenseuche ist meistens langsam; sie dauert oft mehrere Wochen, ehe sie sich auf eine oder die andere Art entscheidet. Bei der Oeffnung der an diesem Uebel gefallenen Thiere findet man die sämmtlichen Eingeweide in der Bauchhöhle selten von dem natürlichen Zustande ab ­ weichend; in der Brusthöhle, dem eigentlichen Sitz dieses Uebels, sind die Lungen, meistens jedoch nur ein Flügel davon, hart, angeschwollen, von beträcht ­ licher Schwere und rothbraun. Beim Durchschneiden haben sie eine marmor-rtige Farbe, und sind oft zum