N°. 104 Kllsselsches WoHcnblatsi Mittwoch, den 29^»Dez ember 18^5. Nach'der Proklamation, welche Se. Kurfürst ­ liche Durchlancht, unser gnädigster L.andesfürst und Herr, unter dem 12. d. zu erlassen geruhet haben, und nach der uns ertheilten höchsten Resolution vom 13. d. sollen die bisherigen Obrigkeiten und Beamten, so wie die gegenwärtig bestehendenL.au- deösteuern, in den Kurhessischen Staaten, bis zu künftigen neuen Anordnungen, einstweilen beibe ­ halten werden. Für unseren Geschäftskreis, den wir auf gnädigsten Befehl wieder angetreten ha ­ ben, gehören die in die Kriegskasse ss'eßcr.deu di- ' rcktcn Steuern, welche sich aus der Grundsteuer, aus der als Gewcrbsteucr fortzuentrichtenden Pa- tcntsteuer, aus den fünf Zulags-Centimen auf die Grund- und Gewerbssteuer, und aus der Perso ­ nalsteuer bilden. Der eigenen Einsicht eines jeden biedern Hessen wird es nicht entgehen, wie höchst nöthig es ist, daß die Staatskassen in den Stand gesetzt wer ­ den, die zum öffentlichen Wohle erforderlichen Aus ­ gaben, die insbesondere zur Errichtung und Unter ­ haltung des zur Sicherstellung der Unabhängigkeit Deutschlands mit bestimmten vaterländischen Är- meekorps vorzüglich groß sind, nothdürftig be ­ streiten zu können, und wie sehr es daher die Pflicht eines jeden Unterthan erfordert, sich den nach sei ­ nen Vermögen ihm dazu obliegenden Beiträgen nicht zu entziehen. Wir sind daher auch vollkommen überzeugt, daß die Erklärung der höchsten Willensmeinung unseres geliebtesten Landesfürsten und Herrn, in der eben angezogenen Proklamation, und in de ­ ren Gemäßheit unsere dermalige Aufforderung zur Entrichtung der direkten Steuern, hinreichend seyn werden, um Jeden, der noch mit seinen Bei ­ trägen im Rückstände ist, zu deren möglichst bal ­ digen Abtragung zu bewegen, und Jeden andern zu veranlassen , seine laufenden Steuern zur rech ­ ten Zeit auf das Willigste zu entrichten. Wir h'gen das feste Vertraue», daß Niemand durch Zwang erst noch dazu sich bringen lassen werde, und daß wenn dieser, wider alles Erwar ­ ten, d'nnoch'in sehr wenigen eiuzàen Fällen er ­ forderlich seyn sollte, alle Wohlgesi.mre denjeni ­ gen auf Verlangen beistehen werden, deren Amt es ist, nachlässige Steuerpflichtige zur Bezahlung ihrer direkten Steuer-Rückstände zu nöthigen. Kassel, am 15. Dezember 1313» Kurfürstliches Steuer-Kollegium daselbst. Vorladung der Gläubiger. I. Gudensberg. Alle diejenigen, welche an dem erblosen Nachlasse des gewesenen, in Gudensberg verstorbene« Rittmeisters von Faust, aus irgend eit nem Grunde Ansprüche und Forderungen zu haben vermeinen, werden hierdurch aufgefordert, solche in terniino den glsten Dezember d I. Morgens 9 Uhr, in des Unterzeichneten Wohnung, der zum Kurator über befragte Nachlassenschast, die in circa 30 Thlr. besteht, ernannt worden ist, darzuthun, Vergleichs, Vorschlage anzuhören und sich in jenem Nachlasse gütlich zu theilen, und zwar ?ud prae-