( 888 ) der sich derselbe sofort zu unterziehen und wenn | er Merkmale der Viehseuche dabei wahrnimmt, davon demjenigen Landphysikus, zu dessen Bezirk der Ort gehört, Anzeige macht, zugleich auch wegen der Behandlung des kranken Viehes das Nöthige vorschreibt. Ist über die Krankheit nicht gleich mit Bestimmtheit zu urtheilen, so bleibt das erkrankte Stück Vieh demohngeachtet von dem gesunden Vieh völlig abgesondert und ist dafür zu sorgen, daß die Vorschriften des Thier ­ arztes genau befolgt werden. Art. 3. Sobald durch die Untersuchung des Thierarztes es außer Zweifel gesetzt ist,, daß das erkrankte Vieh von der Vieh, Pest befallen wor ­ den ist, so zeigt der Orts-Maire solches dem Kanton-Maire unverzüglich an; er giebt auch den benachbarten Kommunen und insbesondere unverzüglich denjenigen derselben Nachricht da ­ von, die mit seiner Kommune am «reisten Ver ­ kehr haben, und hebt solchen auf eine Zeitlang auf. A r t. 4. ' Der Orts - Maire sorgt für die Anlegung eines eigenen und allgemeinen Kran- i enstalls und sind die Eigenthümer des erkrankten Wiehes, ohne alle Ausnahme der Person, ver ­ bunden, solches in denselben hinzustellen; sie kön- j rren aus keine Weise verlangen, solches abgeson ­ dert in ihren Stallen zu behalten und cs muß» der etwaigen Weigerung durch Zwangsmittel begegnet werden. Art. 5. Für jeden Kranken stall wird von der Gemeinde ein Viehwarter angestellt, dessen Geschäft darin bestehet: a) das kranke Vieh gehörig zu futtern, zu tranken und überhaupt zu warten; b) das Milch - Vieh täglich zwei oder mehr ­ mal zu melken, und die Milch zu vergra ­ ben; c) die Stalle mehreremalen des Tages zu reinigen und den herausgebrachten Mist tief unterzugraben; Z) die Ställe gehörig zu lüften und nöthigen- falls mit luftreinigenden Dingen zu durch ­ räuchern ; e) auf das Verhalten des kranken Viehes ge ­ nau acht zu haben, um dem Thierarzt bei den täglichen Visitationen davon Nachricht geben zu können. Art. 6. Giebt der Thierarzt, in Ei Ver ­ ständniß mit dem Kommune-Maire, die Her ­ stellung und Erhaltung eines Stücks Vieh ans, so muß solches, selbst wider Willen des Eigen- thümers, getödtet werden. Dieß kann jedoch nur auf der Grabestelle geschehen, nnd es muß der Mist und das Blut, welches auf dem Wege dahin dem Vieh etwa entfällt, sofort einige Fuß tief untergegraben werden. Art. 7. Das indem Krankenstall krepirte Vieh wird auf einer Schleife zur Grabstelle ge- schaft. Diese muß von öffentlichen Wegen und Triften so viel, wie möglich, entfernt gewählt,— wenigstens in großer Entfernung von dem Trift- Vieh vermieden werden. Der Transport des gefallenen Viehes, vorzüglich wenn der Weg vom Krankenstalle zur Grabstelle durch den Ort gehet, muß zu einer Zeit geschehen, wo das gesunde Vieh ausgetrieben ist. Art. 8. Die Gruben zur Verscharrung des Viehes müssen 6 bis 8 Fuß tief angelegt und der zu der Grabstelle bestimmte Bezirk etwa mit einem Graben umgeben werden, um dessen Zugänglich ­ keit zu vermeiden. Art. 9. Die Ablederung des gefallenen oder getödteten Viehes ist durchaus verboten, es soll mit Haut und Haare, nachdem die Haut über den ganzen Körper eingeschnitten worden, vergraben werden. Zeigt sich starke Verbreitung der Krank ­ heit , so muß selbst das verscharrte Vieh in der Grube mit ungelöschtem Kalke bedeckt werden. Art. io. Die Oeffnung der Kadaver darf nur dann zugegeben werden, wenn eine Obduktion derselben durch den Landphysikus vorgenommen werden soll. Sie muß aber immer auf der Gra ­ bestelle geschehen und es bleibt jederzeit verbothen, Talg n. s. w. herauszunehmen. Art. ir. Es versteht sich von selbst, daß von dem Augenblicke an, wo die mehrerwähnte Krankheit unter dem Vieh an einem Orte wahr ­ genommen wird, davon auf keine Weise etwas verführt werden darf und um gegen die Eigen ­ thümer des Viehes hierunter eine Controlle zu haben, müssen die Herrn Maires bei dem Aus-