N°. Q4- Kñsselsches WoHeñSlatü Mittwoch den 24 .fr« November 1813 . Bekanntmachung«. Rach mehreren Anzeigen ist in den Kantons Kaufungen, Waldau und Obervellmar und na ­ mentlich in den Gemeinden Helsa , Gurhagen und Wolfsanger unter dem Hornvieh eine Krank ­ heit ausgebrochen, die nach den vorläufigen ärzt ­ lichen Untersuchungen für die eigentliche. Rind ­ vieh-Pest gehalten wird, Aller Wahrscheinlichkeit nach ist diese Pest durch daS den alliirten 2trmcen nachgeführte hin ■> und wieder zurückgelassene und von einzelnen Ein ­ gesessenen gekaufte Vieh verbreitet. Die gewöhnlichen Kenntzeichen der Rindviehpest bestehen darin: ' „daß das Vieh, nachdem es angesteckt worden, „stiller wird und anfängt zu Hüsten. Bey „den Kühen laßt alsdenn die Milch ab, die „Augen werden roth und aus diesen und der „Nase fließt eine Anfangs helle und dünne, „zuletzt schleimige Feuchtigkeit. Der Puls „schlägt geschwinder als im natürlichen Zu- „stand, 72 bis 80 mal in einer Minute. „Das Vieh hört auf zu fressen und wiederzu- „känen, es schaudert, hauptsächtlich nach dem „Niederschlingen der Getränke. Die Hörner „werden abwechselnd heiß und kalt. Die „Thiere werden kraftlos, stehen unruhig mit „den Füßen, knirschen mit den Zahnen, die „Haare stehen empor. 'Anfangs ist der Mist „fester und dürrer als natürlich, dann erfolgt „mehrentheils ein Durchlauf, der bis an das „Ende anhält. Das Mut welches dem kran- „ken Thiere durch Ad.,laß abgenommen wird, „ist dunkel oder schwärzlichroth und setzt kein „Wasser ab, wenn es erstarret. Bei derOeff- „nungder verreckten Thiere findet man größere „oder kleinere blaulichrothe, seltner schwarz- „rothe Flecken auf dem Magen und Gedär- „mcn , in der Luftröhre und auf der Schleim- „haut der Nase; die Gallenblase groß und „angefüllt." Zur Verhütung, daß sich diese so gefährliche Seuche, gegen die keine sicheren Präservativ- und Kurativ - Mittel Lristiren, weiter verbreite, werden nachfolgende schon bei Gelegenheit der im Jahre igii ausgebrochenen Viehkrankheit vc^ ordneten Vorschriften hierdurch wiederum erneuert und festgesetzt. Art. r. Im Allgemeinen wird jedem Ein ­ gesessenen, vorzüglich in der Nähe der genannten und an der Militair- Straße belegencn Gemein ­ den, die größte Aufmerksamkeit auf den Gesund ­ heitszustand seines Hornviehs zur dringendsten Pflicht gemacht; die Maires dergleichen.Orte ha ­ ben 3 bis 4 Gemeindsglieder zu benennen, welche damit beauftragt werden, über den Gesundheits- Zustand der Viehheerde zu wachen, solchen we ­ nigstens alle Tage einmal zu untersuchen und von dem Befund dem Maire Anzeige zu machen. Wo Traurigkeit bei dem Vieh, Unlust zum Fres ­ sen oder sonstige Anzeichen irgend einer Krank ­ heit , — gleichviel von welcher Art sie zu hal ­ te» ist, — verspürt werden, ist davon augen ­ blicklich dem Kommune - Maire Anzeige zu thun. Art. 2. Auf diese Anzeige veranlaßt der Maire die völlige Absonderung des erkauften oder nur krank scheinenden Viehes und dessen Unter ­ suchung durch den zunächst wohnenden Thierarzt,