N°. ()ö Sonnabend den 20^ November 1813. Bekanntmachung. Rach mehreren Anzeigen ist in den Kantons Kaufungen, Waldau und Obervellmar und na ­ mentlich in den Gemeinden Helsa, Gukhagen und Wolfsanger unter dem Hornvieh eine Krank ­ heit ansgebrochen, die nach den vorläufigen nütz ­ lichen Untersuchungen für die eigentliche Rind ­ vieh-Pest gehalten wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist diese Pest durch das den alliirten Armeen nachgeführte hin und wieder zurückgelassene und von einzelnen Ein ­ gesessenen gekaufte Vieh verbreitet. ' Die gewöhnlichen Kenntzeichen der Rindviehnest bestehen darin: „daß das Vieh, nachdemes angesteckt worden, „stiller wird und anfängt zu husten. Bey „den Kühen läßt alsdenn die Milch ab, die „Augen werden roth und aus diesen und der „Nase fließt eine Anfangs Helle und dünne, „zuletzt schleimige Feuchtigkeit. Der Puls „schlagt geschwinder als im natürlichen Zu- ,,stand, 72 bis 80 mal in einer Minute. „Das Vieh hört auf zu fressen und wiederzu- „ käuen, es schaudert, hauptsächlich nach dem „Nicderschlingen der Getränke. Die Hörner „werden abwechselnd heiß und kalt. Die „Thiere werden kraftlos, stehen unruhig mit „den Füßen, knirschen mit den Zähnen, die „Haare stehen empor. Anfangs ist der Mist „fester und dürrer als natürlich, dann erfolgt „mehrentheils ein Durchlauf, der bis an das „Ende anhält. Das Blut welches dem krän ­ zten Thiere durch Aderlaß abgenommen wird, „ist dunkel oder schwärzlichroch und setzt kein „Wasser ab, wenn es erstarret. Bei derOcff- „nung der verreckten Thiere findet man größere „oder kleinere blanlichrothe, seltner schwarze „rothe Flecken auf dem Magen und Gedär- „men, in der Luftröhre und auf der Schleim- „haut der Nase; die Gallenblase groß und „angefüllt." Zur Verhütung, daß sich diese so gefährliche Seucl^e, gegen die keine sicheren Präservativ- und Kurativ-Mittel eristiren, weiter verbreite, werden nachfolgende schon bei Gelegenheit der im Jahre izii ansgebrochcnen Viehkrankheit ver ­ ordneten Vorschriften hierdurch wiederum erneuert und festgesetzt. Art. r. Zm Allgemeinen wird jedem Ein ­ gesessenen, vorzüglich in der Nähe der genannten und an der Militair - Straße belogenen Gemein ­ den, die größte Aufmerksamkeit aus den Gesund ­ heitszustand seines Hornviehs zur dringendsten Pflicht gemacht; die Maires dergleichen Orte ha ­ ben Z bis 4 Gemeindsglieder zu benennen, welche damit beauftragt werden, über den Gesundheits- Zustand der Viehheerde zu wachen, solchen we ­ nigstens alle Tage einmal zu untersuchen und von dem Befund dem Maire Anzeige zu machen. Wo Traurigkeit bei dem Vieh, Unlust zum Fres ­ sen oder sonstige Anzeichen irgend einer Krank ­ heit, — gleichviel von welcher Art sie zu hal ­ ten ist, — verspürt werden, ist davon augen- bki-klich dem Kommune-Maire Anzeige zu thun. Art. 2. Auf diese Anzeige veranlaßt der Maire die völlige Absonderung des erkauften oder nur krank scheinenden Viehes und dessen Unter ­ suchung durch den zunächst wohnenden Thierarzt,