N° 63. Kassel, Mittwoch den 5. Algust 1812. Feuilleton s ’- Pr ■' %-a - ^lpplemmt YV C/ deS Westphaltscheu Moniteurs. ' Dassel. Utb'r die Warnung vre Apothekers Posselt in Be ­ treff der aewöbnlicheu Schwefe,,äure. In jjsc»! . ryeu B<änrtn befindet sich eine War, Nl.l'jt des Ap. 1 leis Possclt iuHeu-eldog, die Verun- re.n g nq oer gewdonitchen schwefelsaure lsetressend. Cr sag: »:L.nlich ganz allzeniein, Oie gewöhirlrche kauf/ itche Schwesctraure, sowohl die sogenannre englische, »lv auch die Lordhauser rauchende, seien beide so sehe mir ftemoarugeu. o.r Gesuüdheir höchst uachkhciligen Stössen verunreiniget, daß et von der größten Gefahr sey, solche in diesem )ustande zur Bereitung des Sy/ rupö anzuwenden; die mLt rauchende Säure ent, hatte Bley, und die rauchende sogar Arsenik. Dag sie sogenannte englische Schwefelsaure Bley cnrhatt, ist eine bekannte Thatsache; denn da sie durch da? Verbrennen dre Schwefels in bleyernen Kammern bereitet wird,- so »st diese Verunrecnlguug Nicht zu vermeiden. Deshalb har man aber keine VeruurclNi, gong vcs Syrups mit Bley zu befürchten, weil das Bley, oo.r vielmehr das schwefelsaure Bley, das « der Schwefelsäure enthalten ist, mit ausgeschieden wird, sobald man dre Saure mit Kreide tuatratiiiVf. Wae aber die Verunreinigung der Schweselfäure mit Arsenik cnberrifft, so muß ich aufrichtig gestehen, daß mir solche noch nicht vorgekommen ist, ungeach ­ tet so manche tausend Pfund Schwefelsäure wahrend meiner chemischen Praxis durch meine Hände gcgan, gen, und von mir geprüft worden frud. Ich habe sogleich wieder dre Schwefelsaure mehrerer sächsische»» Vrcriolilfadrtkcn untersucht, und solche Nicht nur frei von Arsenik, sondern fast ganz frei von jeOcx Beim», schung gefunden. Sollte der Apotheker Poffclk wirk ­ lich Arsenik »n Schwefelsäure gefunden haben, sv wurde es sehr zu wünschen seyn, baß er bekannt machte, woher er diese Saure gezogen, und auf welche Art er sich von dem Daseyn des Arseniks überzeugt haoe. Zur Beruhigung des Publikums, und zur Cut, dcciung der schädlichen Substanzen, wenn solche in einem Slarkemchlsyrup enthalten seyn sollten, und zur Vorbeugung des dadurch entstehenden Schadens, de, merke ich, van es ein sehr einfaches Mittel giebt, sich von dem Daseyn des Bleyes, des Kupfers, und des Arseniks in dem Syrup zu überzeugen; dieses Mittel ist nichts Anderes als die frisch bereitete Hahnemann'» sche Minprvbe, die in jeher Apotheke zu haben ist. Man verdünne einen Theelöffel voll des verdächtigen Syrups mit einem hatben Krlchglafe » oll detillluten Wassers, und mische einen bcssel voll oon der Weins probe hinzu; ist Bley, oder Kupfer, oder ein arides res der Gesundheit nachlheiliaee Me»aU vorbanden, so färbt sich dre Mischung mehr oder weuiger duukels braun oder schwarz. Ist Arsenik gegenwärtig, so ents steht eine gelbe Trübung, und es soi'detk sich ein gels der Niederschlag ab- Um sich von der G-gcnwart des Arseniks noch mehr zu ver'qewissern, tröpfelt mau in ein anderes Glas des Mit destillirtew Wasser verdünn ­ ten Syrups Etwas von einer Auflösung bee Kupfer» o^vds in Ammoniak, einer dunkelblauen Flüssigkeit, die auch in jeder Apotheke bereitet werden kann; iss Arsenik gegenwärtig, so entsteht ein gelblichgrüner Niederschlag. Andere Mittel zur Entdeckung der Ars sevikS, die mehr Uebung in dergleichen Arbeiten vors aussetzen, will ich hier nicht mittheilen. Völlig stimme »ch dem Apotheker Posselt bet, wen« '7 deo Gebrauch der udeczinntkn kupfernen Kessel bei dcr Stärkesyr-»pberet.uug ganz verwirft; aber nur für die Bereitn g im Kleinen ist das Koche« in irdene» Geschirren rathlich, im Großen läßt Oampfkocheret in hölzernen Gesäßen Nicht, zu wünschen mehr übrig, uub verdient den Vorzug. Erfurt. v. I. Baethol^ Trommsdorff, Hofs rath, Professor der Chemie und Phars , macie re. . , , ' Prafekturverfügungen und Bàmtmachun- gen anderer bffenll. Bchbrden. Le Général de divi ion, Conseiller d’Etat, In ­ specteur général de la Gendarmerie, chargé de la Haute-Folice du Royaume, informé qu’il circule des bruits dans le publie qui laissent de« doutes sur le succès des armées françaises et alliées;. Considérant que ces bruits qui sont le fruit de la malveillance peuvent porter la consternation au sein des familles qui ont sous les drapeaux des personnes qui leur sont chère». - A R II h t f. ; Art. 1 Toute personne quels que soient soa ran g et sa condition, qui se permettra de répandre des nouvelles sur la situation de l’armée, ou tou ­ tes autres uoitvelles politiques qui ne seront pas 171