N* io. Kassel, Feuilleton d e ö Westphälischen Sonnabend den r. Februar ^8l2. à Supplement á Moniteurs. S! Der bös Serene sprach zu Melidvr, Den ihr der Vater auserkohr: Nun wird's er«! bitter fair ! Weil wunderschön die Sonne sinkt, Wie Rolen und Rubinen blinkt - Aus dunklem Tannenwald. Ich möchte nicht im Norden seyn, Nie könnt' ich mich im Winter freu'n, Vor dem die Armuth bebt. Zwar freilich auch in unsrer Stadt Bebt manches das kein Stübchen hat, In kaltem Winkel lebt. Ach jede Lust wird Traurigkeit Denk' ich den Folgen dieser Zeit Für nackte Arme nach. Da Heller, für das Brodt bestimmt, Für Ho^ die harte Kalte nimmt, So schallen tausend Ach! Froh findet uns der Nacht Verlauf — * " Die Armen stehen ungern auf j. Don harter Lagerstatt. ] Mitleidig Schlaf ihr Auge band, Und Hunger, Frost und Gram verschwand Nun wendet sich das Blatt. .Der Frost schwellt Kinderglieder auf, Starrt bittrer Hungerthräneu Lauf, Und oft, an Tröstung statt, Schlägt Weib und Kinder noch der Mann, Der helfen soll, nicht helfen kann; Nicht Brodt, nicht Arbeit hat! Mein schöner Engel, sprach der Mann, Was geht das Leid des Volke dich an ' Daß du ihm Thränen weihst? Wird's kälter — heitz'. ich doppelt ein, Und würz' und wärme meinen Wein, Und munter wird mein Geist. Dle Armen? O mich dauert mehr Des Wildes und der Vögel Heer, Die Fisch' im starren Teich. í e E . g o i st. Sie fehlen dann zur Sommerzeit — - Es sorge Gott und Obrigkeit Für jenes Lumpenzeug! O denk' dir Witw' und Waisen Noth, Und Kranke die der Todt bedroht, Rief hier die Fromme aus. Doch hetl'ges Mitleid, Sympathie, Trieb dich — entbrannt zu helfen — Wohl in der Armuth Haus. Ach war' ich jetzo groß und reich! Voll Hochgefühl vertheilt' ich gleich - Von dem was Uebersiuß Aus mildem Füllhorn mir gestreut, - In dieser gräßlich kalten Zeit An den der darben muß. > Da schwieg der böse Egoist <2 Und Dachte: O bei dieser ist Mein Geld einst schlecht verwahrt! (fc Sie dachte:, dieser harte Man» Sah auch mein Leid einst fühllos an — Gott hat mich noch bewahrt! - Sie tvennte .sich voll Abscheu gleich Von Diesem Manne stolz und reich; * Und welch ein Glück! sie fand Ein schönes Münder unsrer Zeit, Voll Mitleid, Fleiß und Mäßigkeit- Und gab ihm froh die Hand. X * * * Ich hüllt' in schwache Tändeley» Die erste Lehre Christi ein — Auch er sprach Gleich»,ß oft. Gefiel Euch diese kleine Mahr? So schaut nach Leidenden umher Und helfet unverhofft. Fragt jetzt beim Geben nicht genau Verdient's der Mann? Verdienr's die Fra» Durch Fleis und Rechtlichkeit? Verpflegt nicht erst des Wundarzts Hand Den der im Kampfe Schaben fand? Daun forscht er wohl den Streit. 24 ' " '