Kassel, Mittwoch den 30 . Januar i 8 n. N°. 9 . Feuilleton d e ö Westph ä l i sche n oder Supplement Moniteurs. Kassel. -^>er Moniteur theilt unter andern ein zahlreiches Avancement in der Armee mit. Mit jeder Nummer des offiziellen Journals wird feit dem Anfang dieses Jahrs täglich eine Beilage ausgegeben, welche die politischen Neuigkeiten des Tages ergänzt und den Zweck hat, daß die Leser des Moniteurs ausländische politische Zeitungen entbehren können. Durch einen Beschluß Sr. E>;. des Hrn. Ministers des Innern vom 8. Januar d. I. ist Hr. I o h. Chr h st o pH Jacob Bethe aus Göttingen zum geistlichen (Kollaborator bei der Kirche zu Clausthal und Hr. Chr. Fried r. Helm kämpf zum Gehülfsprediger zu Dorste im Distr. Osterode. Harzdep. ernannt. Durch einen Mimstcrial-Erlaß vom 2rten Dezember v. I. ist festgesetzt: daß die inländischen Linnenwaa- ren, wenn sie zum Farben außer Landes versandt wer ­ den, beim Wicdereingange ale fremde Fabrikate zu betrachten und mit einer Eingangs-Abgabe von 2 Pro ­ zent zu besteuern sind. Die Versender sind verbun ­ den, das rohe ins Ausland gehende Linnen bei den Steuer-Bürcaux zu deklariren, und nur die auf solche Art dcklarirte ins Land zurückgehende gefärbte Linnen- waaren sind mit 2 Prozent zu besteuern. Hingegen ist in allen Fällen, wo diese Deklaration unterlassen wor ­ den, oder die eingehenden Quantitäten nicht mit der ­ selben übereinstimmen, das eingehende gefärbte Lin ­ nen als fremdes zu betrachten, und daher die Ein ­ gangs -Steuer von 6 Prozent zu entrichten. Aus dem Finanzministerium ist folgendes Zirkular- schreiben an die Präfekten erlassen: Mein Herr Präfekt! Es ist mir die Frage vorgelegt worden: ob die Ab ­ schriften, welche von Gerichtswegen in allen Prozessen den Partheyen kommunizirt werden, dem Stempel un ­ terworfen sind oder nicht? worauf ich entschieden habe, daß die von dem Sekretariat der Gerichte ertheilten Abschriften, in so fern der Gegenstand des Streits über 74 Franken beträgt, nach dem König!. Dekret vom 7ten Juni vor. I., Art. 5. Nr. 5. dem ordentlichen Stempel unterliegen. Sie, mein Herr Präfekt, er ­ suche ich nun, diese Entscheidung zur allgemeinen Be ­ folgung durch sämmtliche öffentliche Blatter bekannt zu machen, und habe die Ehre, sie mit vollkommner Hochachtung zu begrüßen. Kassel, den 7ten Ja, nuar iZn. Der Minister der Finanzen. In dessen Abwesenheit der Staatsrath, mit dem Portefeuille beauftragt, unter;, von der Male bürg. Nachdem in einigen Grenzdistrikten des Königreichs sich neuerlich verschiedene Fälle ereignet haben, daß königliche Unterthanen, anstatt ihre vorhabe,lden ehe ­ lichen Verbindungen an ihrem Wohnsitze von den ver- ordneten Beamten des Zivilstandes, nach vorgängigem Aufgebote, durch einen förmlichen Zivilakt feierlich zu vollziehen, mit Verabsäumung und Umgehung dieser, zum Wesen einer bürgerlich gültigen Ehe, schlechter, dings erforderlichen Solemnitäten, sich in benachbarte Territorien begeben, und, nachdem sie sich dort kopu- liren lassen, an ihren Wohnsitz zurückkehren und da ­ selbst öffentlich als Eheleute leben; so haben Seine Ei ­ zellen; der Herr Justiz-Minister: in Erwägung, daß " die Unterthanen durch ein solches Verfahren nicht bloß den Vorschriften der Gesetze geflissentlich und sträflich sich entziehen, sondern Verträge eingehen, welche in den Augen des Gesetzes nichtig sind; daß es dringend nothwendig ist, die Unterthanen vor einem so gefähr ­ lichen Unternehmen zu warnen und zu verwahren, und über die aus solchen Verbindungen sowohl für die Kontrahenten, als für die daraus erzeugten Kinder, die bloß als K o n k u b i n a t s-K i n d e r betrachtet wer ­ den können, entstehenden unglücklichen Folgen die Au ­ gen zu öffnen, dem General-Prokürcur des Königs. Appellations-Hofs zu Zelle den besondern Auftrag er ­ theilt, Vorstehendes zur öffentlichen Kunde zu brin ­ gen, damit Niemand, der sich in der Folge in der ­ gleichen gesetzwidrige Verbindungen einlassen und da ­ durch nicht bloß die gerechte Ahndung der Gesetze auf sich ziehn; sondern sich selbst und die daraus erzielten Kinder, der Rechte und Vortheile, welche nur Folgen einer nach den gesetzlichen Vorschriften abgeschlossenen Ehe sind, muthwillrger Weise berauben würde, eine Unwissenheit vorschützen könne. Der Israelit Jakob Burchard in Osterode, im Harz- departcment, ist wegen Münzbeschneidung in Untersu ­ chung gerathen. He» einer nnvermuthet vorgenomme- r?